Wildrosensommer

Erstellt am 4.5.16. Kategorie: Buchrezensionen
„Wildrosensommer“
von Gabriella Engelmann
Bewertung
★★★★★
Verlag Droemer Knaur
Buchform Taschenbuch, eBook
Erschienen Mai 2016
Seiten 397 als Taschenbuch
Erhältlich bei AP-Buch Baldham, Buchladen Vaterstetten

Ich habe schon viele Bücher von Gabriella Engelmann gelesen, aber dieses hier gehört sicherlich mit zu denen, die mir am besten gefallen haben. Obwohl: Eigentlich haben mir ja alle gefallen… Jedenfalls habe ich diesen Roman in nur eineinhalb Tagen ausgelesen, weil ich ihn einfach nicht mehr weglegen konnte, und das sagt doch schon so einiges, oder?

Die Autorin ist gebürtige Münchnerin, lebt aber inzwischen in Hamburg. Dort sowie auf den nordfriesischen Inseln spielen die meisten ihrer Romane. Dieses Mal geht es jedoch in die Vier- und Marschlande, eine Gegend südöstlich von Hamburg. Dorthin verschlägt es Aurelia, alleinerziehende Mutter von zwei pubertierenden Töchtern. Eigentlich wohnt Aurelia in München, wo die gelernte Floristin an einem Blumenstand auf dem Viktualienmarkt arbeitet. Doch seit ihr Mann Nic vor zwei Jahren spurlos verschwand, ist nichts mehr so wie früher. Nic kehrte eines Tages von einem angeblichen Ausflug mit Freunden einfach nicht mehr heim. Ist ihm etwas zugestoßen? Hat er eine andere Frau kennengelernt und wegen ihr Aurelia und seine Kinder einfach so Knall auf Fall verlassen? Diese Ungewissheit quält Aurelia auch nach zwei Jahren noch, sie ist unfähig, loszulassen und ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Und natürlich leiden auch ihre Töchter unter der Situation.

Da entdeckt sie eines Tages in einem Bildband ein Foto von einem Hausboot in den Vier- und Marschlanden. Das Bild spricht sie auf eigentümliche Weise an, außerdem ist da noch eine handschriftliche Notiz von Nic auf ebendieser Buchseite. Kurz entschlossen fliegt Aurelia nach Hamburg und von dort aus weiter zu dem Hafen, wo das Hausboot „Luna“ liegt. Sie findet das Boot und stellt fest, dass es zu verkaufen ist, denn sein Besitzer ist verstorben – und zwar an genau jenem Tag, an dem Nic zum letzten Mal gesehen wurde. Was hat Nic mit diesem Hausboot zu tun?

Aurelia beschließt, das Hausboot zu kaufen und zieht nur wenig später mit ihren widerstrebenden Töchtern nach Norddeutschland um. In den Vier- und Marschlanden, einer Gegend, die dank mehrerer Flussarme sehr fruchtbar und deshalb berühmt für ihren Gemüse- und Blumenanbau ist, fühlt die Floristin sich sofort wohl. Sie fasst langsam neuen Lebensmut, entwickelt neue berufliche Perspektiven und kümmert sich liebevoll um ihre Töchter. Doch noch immer ist da das Gefühl, dass Nic ihr nahe ist. Manchmal hat sie sogar das Gefühl, ihn zu sehen – eine Täuschung?

Wie oben schon erwähnt, habe ich das Buch regelrecht verschlungen. Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen, die Protagonistin auf Anhieb sympathisch und so gut beschrieben, dass man sich sehr gut in sie hineinversetzen und mit ihr fühlen kann. Auch ihre beiden Kinder habe ich direkt ins Herz geschlossen. Interessant fand ich außerdem, durch diesen Roman die Vier- und Marschlande ein wenig kennenzulernen – eine Gegend, von der ich zuvor noch nie gehört hatte, die mir aber nun so „ans Herz gelegt“ wurde, dass ich dort unbedingt mal hinfahren möchte. Befeuert wird dieser Wunsch noch durch Gabriella Engelmann selbst, die auf ihrer Facebook-Seite regelmäßig wunderschöne Bilder von ihren Recherchereisen postet. Wäre Frau Engelmann nicht schon eine hervorragende Schriftstellerin, hätte sie ganz sicher auch Fotografin werden können, ihre Fotos zeigen ebenso liebevoll Landschaften und kleine feine Details wie auch ihre Bücher.

Von mir gibt es für diesen wunderbaren Roman, der beim Lesen ganz einfach glücklich macht, eine ganz klare Kaufempfehlung und fünf Sterne!

Kommentar schreiben