Einkaufen beim Bauern vor Ort

Erstellt am 12.7.17. Kategorien: Ebersberger Zeitung, Hallo Ebersberg, Lokalberichte

Die lokalen Geschäfte zu stärken, ist mir schon seit langem ein Anliegen. So war ich auch gleich interessiert, als der SPD-Ortsverein Zorneding zu einer Hofladentour einlud. Trotz schwüler Sommerhitze fanden sich rund 30 Teilnehmer am Rathaus ein, um bei einem Spaziergang durch Zorneding gleich drei Hofläden einen Besuch abzustatten.

Den Anfang machte dabei der Hofladen „Krautköpfe & mehr“ von Franziska und Renate Pfluger. Die Familie Pfluger ist seit 1907 in der Gemeinde ansässig, den Hofladen gibt es aber erst seit Dezember 2014. Damit ist ein langgehegter Traum in Erfüllung gegangen, wie Franziska Pfluger verriet. Den Laden zu planen und zu eröffnen, war ihr Meisterprojekt in der Hauswirtschaftsschule. Die Familie Pfluger bewirtschaftet rund 60 Hektar Acker- und Waldfläche und betreibt eine Bullenmast. In ihrem Laden gibt es neben Produkten aus eigener Erzeugung auch Produkte von anderen Höfen aus der Region – allerdings nicht aus Bio-, sondern aus konventionellem Anbau. Wie Franziska Pfluger erläuterte, gibt es im Landkreis Ebersberg noch immer viel zu wenige Bio-Bauern, so dass Bio-Produkte von weiter weg angeliefert werden müssten. Die Pflugers haben sich stattdessen für Regionalität entschieden. Zu kaufen gibt es bei ihnen u.a Obst, Gemüse, Salate, Nudeln, Eier, Honig, Marmeladen, Kartoffeln, Käse, Wurst und Eingelegtes.

 

Auf dem Glonner Hof am Ortsrand von Zorneding ist vor kurzem ein neuer Stall für Legehennen entstanden. Als Laie hat man sofort den Eindruck: hier wohnen glückliche Hühner. Denn die Tiere haben einen großen Auslauf rund um ihren geräumigen Stall und sie machen einen zufriedenen, aufgeweckten Eindruck. Hans und Monika Glonner sind bei der Vermarktung einen ganz eigenen Weg gegangen: Sie haben sich zunächst für einen Eierverkauf aus dem Automaten entschieden. Drei dieser Automaten gibt es inzwischen: natürlich einen auf dem eigenen Hof, einen auf dem Reitsberger Hof in Vaterstetten und einen weiteren in Wolfesing. Die Automaten sind computergesteuert, gekühlt und mit UV-beschichteten Scheiben versehen, so dass die Waren darin auch bei sommerlichen Temperaturen nicht verderben. Rund um die Uhr kann der Kunde dort nicht nur Eier kaufen, sondern auch Fleisch und Nudeln, letztere werden natürlich aus den eigenen Eiern hergestellt. Mittlerweile gibt es die Eier vom Glonner Hof aber auch in einigen Supermärkten, Hofläden und auf Bauernmärkten im Umland zu kaufen.

Die Glonners bewirtschaften rund 25 Hektar Acker- und Grünland und bauen dort das Futter für ihre Hühner an. Nicht bio, aber „nach guter landwirtschaftlicher Praxis und gentechnikfrei“, wie Hans Glonner betont. So trägt der Hof das Zertifikat „geprüfte Qualität aus Bayern“. Die Besucher dürfen hier einen Blick in den Stall werfen und die Eier-Sortiermaschine in Aktion erleben.

 

Seit über 30 Jahren ist der Biohof Lenz Zornedings einziger Bio-Bauernhof, davor wurde der Hof über viele Jahrzehnte konventionell bewirtschaftet. Die Familie Lenz betreibt auf 75 Hektar u.a. Getreideanbau und Tierhaltung. Seit rund vier Jahren gibt es auf dem Hof Pinzgauer Rinder, dazu Schafe und einige „Quotenschweine“, wie Franz Lenz jr. schmunzelnd erzählt. Denn der Schweinespeck ist eine wichtige Beigabe für die Herstellung der Rinderwurst. Die Schweine auf dem Biohof werden über zwei Jahre alt, in der konventionellen Schweinemast hingegen nur wenige Monate. Und auch den Rindern geht es gut, die Kälber bleiben etwa ein Jahr lang bei ihren Müttern auf den 10 Hektar großen Weiden. Nur den Winter verbringen die Tiere im Stall. Die Familie Lenz betreibt keine Milchwirtschaft, sondern verarbeitet und vermarktet das Fleisch der Tiere. Geschlachtet wird bei einem befreundeten Bauern in Forstseeon, die Weiterverarbeitung übernimmt die Familie selbst.

Darüber hinaus betreibt die Familie seit vielen Jahren einen Hofladen sowie jeden Freitag Nachmittag einen Bauernmarkt, auf dem neben eigenen Produkten auch die Waren anderer Anbieter verkauft werden – alles bio, versteht sich. Im Advent gibt es auf dem Hof außerdem einen Christbaumverkauf mit ökologisch angebauten Nordmanntannen und Blaufichten. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: diese Christbäume sind super! Wir kaufen unsere schon seit Jahren dort, sie nadeln kaum, werden nur langsam trocken und duften einfach himmlisch.

Bei Kaffee und Kuchen vom Bauernmarkt klang die Hofladentour aus, natürlich konnte unterwegs auch noch ausgiebig probiert und eingekauft werden. Wer wollte, bekam von Zornedings 2. Bürgermeisterin Bianka Poschenrieder auch noch eine nützliche Zusammenstellung über die verschiedenen Bio-Siegel und ihre Bedeutung.

 

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