Michi Kobr, eine Hälfte das Autorenduos Klüpfel & Kobr, das die berühmten Kluftinger-Krimis schreibt, hat zusammen mit seiner Frau Großartiges auf die Beine gestellt: den Krimimai, das Allgäuer Krimifestival, das heuer vom 8. bis 13. Mai in Memmingen stattfand (bzw. noch stattfindet). Dafür haben sie einige große Namen ins Allgäu geholt, u.a. Peter Probst, Martin Walker und noch einige mehr. Vor allem aber Martina Parker, die Autorin der im Südburgenland angesiedelten Gartenkrimis und der neuen Krimireihe rund um Miss Brooks in Wien.
In Österreich ist Martina Parker mittlerweile eine sehr erfolgreiche Bestsellerautorin, in Deutschland ist sie leider noch nicht ganz so bekannt, weswegen es hierzulande auch nur sehr selten Lesungen von ihr gibt. Ich durfte die sehr sympathische Autorin letztes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse bei einem Meet&Greet des Gmeiner-Verlags kennenlernen, doch eine Lesung von ihr hatte ich bislang nicht besucht. Daher war für mich klar: Auf nach Memmingen! Ihre Lesung fand praktischerweise an einem Sonntag statt, noch dazu am Muttertag, so machten mein Mann und ich einen schönen Ausflug daraus.
Die Autofahrt von zuhause bis nach Memmingen dauerte etwa eineinhalb Stunden, wir kamen erfreulich gut durch und konnten in Memmingen sehr günstig parken: Sonntags kosten die Parkhäuser dort pauschal nur einen Euro, wie toll ist das denn, bitte? Auch Lademöglichkeiten gibt es in den Parkhäusern der Altstadt reichlich, aber Jens hatte sein E-Auto am Freitag noch in der Arbeit voll geladen, damit kamen wir problemlos nach Memmingen und auch wieder nach Hause.
Wir verbrachten den Nachmittag mit einem ausgiebigen Bummel durch die schöne Altstadt. Hier einige Eindrücke:
Besonders hübsch fand ich die Gassen, in denen sich der Stadtbach durch die Altstadt schlängelt:
Am Tag zuvor hatte es in Memmingen wohl eine Veranstaltung namens „Memmingen blüht auf“ gegeben, auf dem Marktplatz stand daher noch ein „mobiles grünes Zimmer“ – was für eine tolle Idee, so etwas wünsche ich mir auch für den tristen Marktplatz bei uns in Baldham! Und gleichzeitig war das schon die perfekte Einstimmung für die Lesung am Abend, die zumindest teilweise im Zeichen der Gartenkrimis von Martina Parker stehen würde.
Für den Krimimai war in der Buchhandlung Osiander übrigens ein ganzes Schaufenster wunderschön gestaltet worden. Leider spiegelte die Fensterscheibe, aber ich glaube, man kann es dennoch einigermaßen erkennen. Die Lesung mit Martina Parker fand im Lokal „Schwarze Katz“ statt, das direkt an das Stadttheater anschließt und normalerweise eine ganz andere Speisekarte hat, der österreichischen Autorin zu Ehren an diesem Abend aber auch Spezialitäten wie Wiener Schnitzel und Kaiserschmarrn anbot. Jens entschied sich aber doch lieber für Allgäuer Kässpatzn und ich für Kaspressknödel – mmmmh, waren die lecker!
Wir bekamen einen Tisch mit gutem Blick auf den Stehtisch, an dem Martina Parker später lesen würde. Die Autorin war schon da und erkannte mich zu meiner Überraschung gleich wieder – wir „kennen“ uns ja nur von Instagram und von dem Meet&Greet in Frankfurt, das schon wieder ein gutes halbes Jahr her ist. Ich persönlich habe leider ein ganz miserables Gesichtergedächtnis und ich weiß ja, dass eine Autorin bei ihren Terminen irrsinnig vielen verschiedenen Leuten begegnet, umso mehr habe ich mich gefreut, dass sie mich gleich erkannt und herzlich begrüßt hat.
Als ich erwähnte, dass ich die Filmausgabe ihres Erstlings „Zuagroast“ mit dabei hatte, um sie mir von ihr signieren zu lassen, lieh sie sich das Buch gleich aus, um es später in der Lesung zu präsentieren. Eigentlich ging es in der Lesung nämlich vor allem um den aktuellen Gartenkrimi „Anbandelt“ und um den ersten Band der Miss-Brooks-Reihe „Miss Vergnügen“. Martina erzählte mir, dass sie mit dem Zug angereist ist und nicht so viel Gepäck mitnehmen wollte, daher hatte sie natürlich nicht jedes ihrer bisher erschienenen Bücher dabei. Aus dem gleichen Grund lieh sie sich auch am Nachbartisch ihren wunderbaren Bildband „Aufdeckt“ aus, ein großformatiges Buch mit Rezepten, Gartentipps und Anekdoten.
Michi Kobr als Veranstalter begrüßte die Autorin, der am Vorabend eine ganz besondere Ehre zuteil geworden war: Ihr wurde der 1. Allgäuer Krimipreis der Rupert Gabler Stiftung verliehen, ganz herzlichen Glückwunsch dazu auch von meiner Seite!
Martina Parker las nur ganz wenige ausgewählte Szenen aus ihren Büchern, vielmehr erzählte sie Anekdoten aus ihrem Leben, ihrem Werdegang als Autorin, von den Dreharbeiten zu „Zuagroast“, das bei Joyn.at zum erfolgreichsten Streaming-Hit aller Zeiten wurde, noch vor „Der Schuh des Manitu“. Leider ist der Film bis jetzt noch nicht in Deutschland zu sehen, ich hoffe, das ändert sich bald!
Nach der Pause ging es dann weiter mit „Miss Vergnügen“, wozu Martina Parker durch ihre langjährige Arbeit als Redakteurin für das Lifestyle-Magazin „Die Wienerin“ inspiriert worden war. So durften ein paar Anekdoten aus ihrem früheren Berufsleben natürlich nicht fehlen. Aus dem Buch las sie eine Szene, die im „Café Pinguin“, einem typisch wienerischen Vorstadtbeisl spielt – hach, ich liebe diesen Wiener Schmäh! Am Ende konnten die Besucher*innen im voll besetzten Lokal (wir schätzten, es waren knapp 100 Leute da) noch Fragen stellen. Eine davon: Wann gibt es weitere Lesungen in Deutschland? Antwort: Wenn mich jemand einlädt. Herrlich offen erzählte die Autorin, dass sie zwar in Österreich sehr erfolgreich sei, aber in Deutschland kenne sie noch kaum jemand. Das muss sich dringend ändern! Aber wie ich herausgehört habe, waren Jens und ich nicht die Einzigen, die an diesem Tag eine längere Anreise in Kauf genommen haben, um die Autorin auch mal live in Deutschland zu erleben. Okay, Jens war zwar nur mir zuliebe mitgekommen, aber er meinte hinterher, dass der Abend auch ihm sehr gut gefallen habe.
Im Anschluss hat Martina Parker noch Bücher signiert, die Buchhandlung Osiander hatte extra eine Sonntag-Abend-Schicht eingelegt und einen Büchertisch organisiert. Ich bekam eine ganz wunderbare Widmung in mein mitgebrachtes Buch und ein gemeinsames Foto, das Jens von uns gemacht hat. Ein rundum gelungener Abend und ich freue mich schon sehr auf ein Wiedersehen bei der nächsten Buchmesse in Frankfurt! An dieser Stelle auch noch ein ganz herzliches Dankeschön an die Veranstalter Michael und Silke Kobr für dieses schöne Festival.
PS: Am 12. Oktober erscheint „Miss Verständnis“, der zweite Band der Miss Brooks-Krimireihe, im Gmeiner-Verlag. „Odraht“, der siebte Band der Gartenkrimireihe folgt im kommenden Frühjahr.




























