Törtchen zum Verlieben

Erstellt am 24.1.17. Kategorie: Buchrezensionen
„Törtchen zum Verlieben“
von Silvia Konnerth
Bewertung
★★★★☆
Verlag Books on Demand
Buchform Taschenbuch
Erschienen Januar 2017
Seiten 348
Erhältlich bei AP Buch Baldham, Buchladen Vaterstetten

Zugegeben: Der Titel ist ziemlich kitschig. Und weil ich dabei unwillkürlich an meine sehr enttäuschende Lektüre von „Eine himmlische Verführung“ denken musste, einen Roman, in dem sich alles um Törtchen und andere süße Leckereien dreht, war ich anfangs durchaus skeptisch. Aber auch neugierig. Und tatsächlich hat mich „Törtchen zum Verlieben“ positiv überrascht.

Die Handlung: Journalistin Victoria hofft schon lange auf eine Stelle als Redakteurin. Um diese zu bekommen, soll sie ein Exklusivinterview mit der Schriftstellerwitwe Leonore von Himmelsthal schreiben. Die lebt allerdings seit dem Tod ihres Mannes sehr zurückgezogen und spricht prinzipiell nicht mit der Presse. Also schleicht Victoria sich als Köchin in den Haushalt ein, obwohl sie überhaupt nicht kochen kann. Klar, dass da schnell Misstrauen aufkommt – besonders bei Alexander, Leonores Sohn. Der steht zwar kurz vor seiner Hochzeit, hat aber einzig und allein seine Karriere im Kopf. Schließlich soll er bald die Firma von August Goldmacher, seinem zukünftigen Schwiegervater, übernehmen. Um sich dafür als würdig zu erweisen, will er unbedingt einen wichtigen Deal abschließen, braucht dafür aber die Unterschrift von August – und der hat sich ausgerechnet jetzt ganz spontan eine Auszeit genommen und ist nach Spanien gereist.

Nun ist guter Rat teuer. Alexander braucht dringend diese Unterschrift, aber er kann auch seine Mutter Leonore nicht mit Victoria, in der er eine Betrügerin vermutet, alleine lassen. Da Leonore sich weigert, Victoria zu entlassen, nimmt Alexander kurz entschlossen beide mit nach Andalusien. Was er nicht weiß: Leonore hat Victoria längst durchschaut und mit ihr einen Deal vereinbart: Wenn Victoria ihr hilft, die Hochzeit von Alexander zu verhindern, dann bekommt sie ihr Exklusivinterview. Denn Leonore kann Alexanders Verlobte partout nicht leiden. Ein turbulentes Abenteuer unter spanischer Sonne beginnt…

Die Geschichte ist äußerst amüsant und dabei leicht und flüssig zu lesen. Aber sie hat auch Tiefgang: An vielen Stellen wurde ich nachdenklich, denn sowohl Victoria als auch Alexander kommen im Laufe der Geschichte an einen Punkt, wo sie ihre zuvor festgesetzten Ziele hinterfragen müssen. Ist der Karriereplan wirklich so erstrebenswert? Sind die Zweifel, die plötzlich aufkommen, begründet? Und haben beide den Mut, den einmal eingeschlagenen Weg zu verlassen und etwas Unerwartetes zu tun?

Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Es reicht zwar nicht für den ganz tiefen, bleibenden Eindruck, aber allemal locker für vier Sterne – zumal die Geschichte gleich in zwei Städten spielt, die ich besonders gern mag, nämlich in Hamburg und in Granada. Deshalb hier noch ein paar Bilder aus einem leider schon lange zurück liegenden Andalusien-Urlaub. Die drei hier gezeigten Orte kommen auch im Roman vor und spielen zum Teil sogar eine wichtige Rolle: