Auch morgen werden Rosen blühen

Erstellt am 12.6.17. Kategorie: Buchrezensionen
„Auch morgen werden Rosen blühen“
von Clara Sternberg
Bewertung
★★★★★
Verlag Aufbau Verlag
Buchform Taschenbuch, eBook
Erschienen Januar 2016
Seiten 303 Seiten als Taschenbuch
Erhältlich bei AP Buch Baldham, Buchladen Vaterstetten

Dieses Buch lag schon seit geraumer Zeit auf dem virtuellen Bücherstapel meines eReaders. Nun, als ich endlich dazu gekommen bin, es zu lesen, wusste ich ehrlich gesagt schon gar nicht mehr, wovon das Buch laut Klappentext handelt. Umso angenehmer überrascht war ich dann bei der Lektüre.

Der Roman handelt von Alma, 55 Jahre alt und alleinstehend. Eigentlich geht es ihr gut, sie hat einen Job, der ihr Freude macht, gute Freunde, eine schöne Wohnung und ist gerade dabei, sich frisch zu verlieben. Und es sieht so aus, als erwidere Bernhard ihre Gefühle. Doch dann erleidet sie eines Tages urplötzlich einen Herzanfall, ist minutenlang klinisch tot und erwacht auf der Intensivstation. Zwar erholt sie sich rein körperlich recht schnell wieder, doch seelisch ist nichts mehr so, wie es vorher war. Alma stellt ihr bisheriges Leben komplett in Frage. Ihr alter Traum von einer glücklichen Familie, einem Mann, Kindern und einem gemeinsamen Heim, den sie eigentlich schon längst begraben hatte, taucht wieder auf und Alma stellt sich die Frage: was wäre wenn? Was wäre gewesen, wenn sie damals vor dreißig Jahren ihrer großen Liebe Max doch nach Australien gefolgt wäre? Hätte sie dann heute das Leben, das sie sich insgeheim erträumt hätte? Alma beschließt, das herauszufinden und macht sich auf die Suche nach Max.

Mich hat die Geschichte sehr berührt und zum Nachdenken gebracht. Es geht hier viel um die Frage, welche Auswirkungen unsere Entscheidungen auf unser künftiges Leben haben, und es wird einem beim Lesen deutlich bewusst, wie kostbar das Leben ist und dass es nichts bringt, Gewesenem nachzutrauern. Alma führt in dem Roman viele fast schon philosophische Gespräche mit ihren Freundinnen über das Leben und Sterben, aber daran ist nichts deprimierendes, vielmehr macht die Geschichte Mut, das Leben zu genießen, anzupacken, etwas zu wagen und nicht nur vor sich her zu schieben. Der Buchtitel findet sich in der Geschichte übrigens als Grabinschrift wieder, so viel sei hier verraten.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und leicht zu lesen und bei aller Nachdenklichkeit ist die Geschichte dennoch so spannend, dass ich sie in zwei Tagen verschlungen hatte.

Eine ganz klare Empfehlung, nicht nur für LeserInnen „in der Mitte des Lebens“.