Algarve-Rache

Erstellt am 29.8.17. Kategorie: Buchrezensionen
„Algarve-Rache“
von Rolf Osang
Bewertung
★★★★☆
Verlag Emons
Buchform Taschenbuch, eBook
Erschienen Juli 2017
Seiten 303 als Taschenbuch
Erhältlich bei AP Buch Baldham, Buchladen Vaterstetten

Noch immer unter dem Eindruck unseres herrlichen Algarve-Urlaubs im Sommer 2016, habe ich vor einigen Monaten den Algarve-Krimi „Süßer Mord“ von Rolf Osang gelesen – und war ziemlich enttäuscht. Nun habe ich durch Zufall entdeckt, dass es dazu einen Nachfolgeband gibt und meine Neugier hat über meine Skepsis gesiegt.

Wieder steht die junge Deutsche Lisa im Mittelpunkt, die inzwischen in Portugal heimisch geworden ist und in Lagos eine Galerie eröffnet hat. Eines Tages erhält sie von der reichen Witwe Diana Marques den Auftrag, eine Ausstellung im altehrwürdigen Castelo do Ferragudo zu organisieren. Gezeigt werden sollen dabei sechs Werke des Fotografen Luc Gautier, jedes der Fotos zeigt einen anderen Mann in einer typischen Alltagsszene der Algarve. Natürlich ist Lisa neugierig, welche Geschichte hinter diesen Fotos steckt, zumal sie bald herausfindet, dass alle sechs Männer, kurz nachdem die Fotos entstanden sind, einen grausamen Unfall erlitten haben.

Gemeinsam mit ihrem Freund Pablo und ihrer neuen Freundin Moa macht sie sich daran, die Hintergründe der sechs Männer zu recherchieren und schon bald zeichnet sich eine Gemeinsamkeit ab: Alle sechs haben in der Vergangenheit ein schreckliches Verbrechen begangen, das ungesühnt blieb. Will nun, viele Jahre später, jemand auf perfide Weise Rache üben? Und wenn ja, wer? Ist es Diana Marques? Oder steckt jemand anderes dahinter? Bei ihren Nachforschungen gerät Lisa bald selbst in große Gefahr, doch zum Glück erhält sie stets Rückendeckung von Kommissar Rui Fernandes.

Diese Kriminalgeschichte ist wirklich spannend bis zum Schluss. Beim Lesen kristallisierten sich für mich bald einige Verdächtige heraus, aber wer letztendlich der Täter war, stellte sich erst ganz zum Schluss heraus. Einer meiner anderen Verdächtigen wurde vollkommen rehabilitiert, die Rolle des dritten jedoch blieb undurchsichtig und wurde am Ende auch mit keinem Wort mehr erwähnt, was mich etwas gestört hat.

Im Vergleich zum Vorgängerroman gab es hier aber keine eklatanten Logik-Fehler und auch mit Lisa konnte ich mich diesmal mehr anfreunden, ihre Persönlichkeit schien mir diesmal stimmiger als im ersten Band. Mit Ausnahme von Moa und deren Mutter Antonieta blieben die übrigen Figuren in Lisas Umfeld aber eher oberflächlich.

Genau wie in „Süßer Mord“ hat mir auch diesmal wieder sehr gut gefallen, dass die Geschichte an viele verschiedene Orte der Algarve führt und dabei sehr viel Hintergrundwissen vermittelt wird.

Insgesamt fand ich „Algarve-Rache“ deutlich besser als seinen Vorgänger und ich bin wirklich froh, dem Autor eine zweite Chance gegeben zu haben.