Der Zauber zwischen den Seiten

Erstellt am 21.4.18. Kategorie: Buchrezensionen
„Der Zauber zwischen den Seiten“
von Cristina Caboni
Bewertung
★★★★☆
Verlag Blanvalet
Buchform Taschenbuch, eBook
Erschienen August 2018
Seiten 400 Seiten als Taschenbuch
Erhältlich bei AP Buch Baldham, Buchladen Vaterstetten

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Dieser Roman ist eine wunderbare Hommage an das geschriebene Wort und an das Buch an sich. Hauptperson der Geschichte ist die Römerin Sofia, die sich gerade an einem Wendepunkt ihres Lebens befindet: Fünf Jahre lang war sie verheiratet, fünf Jahre, in denen sie sich selbst immer mehr aufgegeben hat, um zu der Frau zu werden, die ihr Mann haben wollte. Doch jetzt ist der Punkt erreicht, an dem Sofia genug Mut gefasst hat, um sich zu trennen. Nun muss sie erst einmal herausfinden, wie sie selbst künftig leben will. Klar ist nur: Es muss etwas mit Büchern zu tun haben, denn Sofia ist gelernte Bibliothekarin und hat auch Kurse im Buchbinden besucht.

Durch Zufall entdeckt sie eines Tages in einem Antiquariat ein altes Buch, das sich als Erstausgabe des deutschen Romantikers Christian Philipp Fohr entpuppt. Allerdings ist das Buch stark beschädigt. Beim Versuch, die Bindung zu reparieren, findet Sofia darin verborgen einen Brief von einer gewissen Clarice, die Mitte des 19. Jahrhunderts gelebt haben muss. Clarice schildert darin ihr tragisches Schicksal und Sofia fühlt sich davon auf seltsame Weise angezogen, zumal es etliche Parellelen zwischen Clarice und ihr selbst zu geben scheint. Leider bricht Clarice’ Schilderung ziemlich abrupt ab und bei ihren Nachforschungen wird Sofia klar, dass es sich bei dem Buch von Fohr um den ersten Teil einer Trilogie handelt. Ob in den beiden folgenden Bänden weitere Briefe versteckt sind?

Sofia macht sich auf die Suche nach diesen verschollenen Erstausgaben, die Spur führt sie nach München, Wien und London. Unterstützt wird sie dabei von Tomaso Leoni, einem renommierten Grafologen. Denn als Schriftexperte ist er bestens geeignet, die handschriftlichen Anmerkungen in Fohrs Buch zu untersuchen. Durch ihre gemeinsamen Nachforschungen kommen Sofia und Tomaso sich näher, doch Sofia fällt es nach ihrer missglückten Ehe schwer, sich so bald schon wieder auf eine Beziehung einzulassen. Und auch Tomaso hat so einige familiäre Lasten zu stemmen. Gelingt es den beiden, ihr Misstrauen zu überwinden und dem Geheimnis von Clarice auf die Spur zu kommen?

Ich habe eine Weile gebraucht, um mich auf den Erzählstil der Autorin einzulassen, doch dann hat mich die Geschichte gepackt. Die Spannung wird auch dadurch befördert, dass der Roman in zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt wird. Am Ende ging mir die Suche nach den beiden fehlenden Büchern dann aber doch ein wenig zu glatt und leicht vonstatten, da waren mir ein paar Zufälle zu viel mit im Spiel. Dennoch ein sehr spannender und unterhaltsamer Roman aus der Welt der Bücher.

Durch den Roman wurde ich immer wieder an meinen Besuch in der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) erinnert. Dort habe ich kürzlich an einer Führung hinter die Kulissen teilgenommen, die uns Teilnehmer in die Archive der BSB führte. Wir sahen dort extrem kleine und extrem große Bücher, neuere und viele ältere Bücher, gut erhaltene und weniger gut erhaltene. Wir erfuhren, dass die BSB eigene Buchrestaurationswerkstätten unterhält, deren Experten weltweit gefragt sind.

Hier ein paar Eindrücke aus der BSB, zunächst von der imposanten Eingangshalle:

Von dort ging die Führung weiter in die besagten Archive, wo wahrlich beeindruckende Schätze lagern:

Wir besichtigten auch einen alten Bücherwagen, der heute als Schaukasten dient und einige Bücher beherbert, die bei Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg beschädigt wurden. Der Blick in einen der unzähligen Gänge vermittelt eine vage Vorstellung von den Ausmaßen des Archivs – dabei lagert hier nur etwa ein Drittel der archivierten Bücher, denn die BSB hat noch zwei Außenstellen in Garching bei München. Zuguterletzt genießt man aus den Fenstern des Fotoarchives auch noch einen wunderbaren Blick auf die benachbarte Ludwigskirche:

 

 

*) Diese Buchrezension wurde als Werbung gekennzeichnet, da sie Bestandteil der Aktion „hello SUNSHINE“ ist, die vom Blanvalet-Verlag mit einem Gewinnspiel für teilnehmende Blogger verknüpft wurde. Mit der Kampagne „hello SUNSHINE“ will der Verlag seine sommerlich-leichten Romane optimal in Szene setzen. Dafür wird es aufwändig gestaltete Booklets geben, die den Zeitschriften „Brigitte“ und „flow“ beiliegen und natürlich auch im Buchhandel erhältlich sind. Dazu kommen Social Media-Aktionen, Gewinnspiele und Veranstaltungen. Als Bloggerin bekam ich die Möglichkeit, dieses Buch vorab zu lesen und zu besprechen.

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