Sturmflut

Erstellt am 2.6.19. Kategorie: Buchrezensionen
„Sturmflut“
von Gisa Pauly
Bewertung
★★★★★
Verlag Piper
Buchform Taschenbuch, eBook
Erschienen Mai 2019
Seiten 477
Erhältlich beiAP Buch Baldham, Buchladen Vaterstetten

Zum Glück bin ich nicht abergläubisch: Auch der 13. Band der Mamma-Carlotta-Krimireihe hat mir wieder hervorragend gefallen! Dabei geht es diesmal besonders düster und deprimierend los: Es ist Herbst auf Sylt und Hauptkommissar Erik Wolf denkt sehr häufig an seine verstorbene Frau Lucia, die Mutter seiner Kinder Carolin und Felix, zurück. Auch Carolin ist deprimiert: Kaum hatte sie ihre Ausbildung im Hotel „Frangiflutti“ begonnen, musste das Hotel aufgrund eines Verbrechens auch schon wieder geschlossen werden (nachzulesen im Vorgängerband „Wellenbrecher“). Nun hängt sie antriebslos zuhause herum, steht erst mittags auf, kann sich kaum aufraffen, Bewerbungen zu schreiben – sehr zum Ärger ihrer Großmutter Carlotta! Die bemüht sich nach Kräften, Carolin zu motivieren und da kommt ihr der anstehende Lyrikwettbewerb gerade recht.

Organisatorin Antonia Schäfer freut sich über die Mithilfe von Carlotta und Carolin, doch dann wird Antonias Tochter Lale entführt. Tilla Speck, die von Erik so ungeliebte Staatsanwältin, ist eine Freundin Antonias und reist sofort an, um sie zu unterstützen. So hat Erik mit ihr eine weitere Ermittlerin an der Seite, ob er will oder nicht, schließlich mischt sich auch Carlotta wie üblich ungefragt ein. Der Fall gestaltet sich schwierig, es gibt etliche Ungereimtheiten und mehrere Verdächtige. Und dann wird eine Tote gefunden, was vor allem Eriks Assistent Sören völlig aus der Bahn wirft. Richtig dramatisch wird es, als eine Sturmflut Sylt gerade dann erreicht, als Erik und Sören sich auf dem Hindenburgdamm in Richtung Festland befinden…

Dieser Kriminalfall war wirklich ganz besonders spannend! Zwar hatte ich recht bald eine Vermutung, die entpuppte sich aber als falsch und so verfolgte ich ähnlich wie Erik, Sören und Tilla Speck so manche falsche Fährte. Die Auflösung des Falls war für mich sehr überraschend. Daneben hatte diese Lektüre aber auch wieder etliche lustige Momente und wie so oft bei dieser Krimireihe musste ich auch diesmal ganz häufig laut lachen. Es ist aber auch zum Schreien komisch, wenn Mamma Carlotta mit der Staatsanwältin eine Feuchtigkeitsmaske ausprobiert und die beiden dabei von Erik überrascht werden!
Besonders schön ist es für mich, dass ich etliche Schauplätze der Geschichte aus meinem Sylt-Urlaub kenne, so konnte ich mir vieles ganz genau bildlich vorstellen.

Auch wenn „Sturmflut“ wie gesagt schon der 13. Fall der Krimireihe ist, kann man ihn getrost auch als Neueinsteiger lesen, denn der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen. Mehr Spaß macht es aber natürlich, wenn man die Familie Wolf von Anfang an begleitet. Eine Übersicht über die Reihenfolge der Bände gibt es auf der Homepage des Piper-Verlags. Und der Weltbild-Verlag hat ein sehr schönes Interview mit der Autorin auf seiner Webseite.
Wenn man liest, welche Köstlichkeiten Mamma Carlotta ihrer Familie im Laufe der Geschichte auftischt, dann läuft einem so manches Mal das Wasser im Munde zusammen. Da empfiehlt sich dann ein genauerer Blick auf den Rezeptanhang am Ende des Buches: Von der Friesentorte bis zu Pastagerichten, Involtini und Polpettone ist alles dabei – auch das Rezept für den Drink Dirty Daniel, der auf Erik ungeahnte Auswirkungen hat…

Fazit: Pures Lesevergnügen von der ersten bis zur letzten Seite.