Das Weihnachtsherz

Erstellt am 13.12.20. Kategorie: Buchrezensionen
„Das Weihnachtsherz“
von Angelika Schwarzhuber
Bewertung
★★★★★
Verlag Weltbild
Buchform gebunden
Erschienen Oktober 2020
Seiten 368
Erhältlich beiWeltbild

Ich bin ja schon seit langem ein Fan der Romane von Angelika Schwarzhuber. Auch ihre Weihnachtsromane – bisher habe ich „Das Weihnachtswunder“ und „Das Weihnachtslied“ gelesen – finde ich großartig: gefühlvoll, ohne kitschig zu sein, spannend, auch ernste Themen anschneidend, dabei dennoch herzerwärmend. Deshalb war ich natürlich auch in diesem Jahr gespannt auf ihren neuen Weihnachtsroman, den es derzeit noch exklusiv nur bei Weltbild gibt (2021 erscheinen Taschenbuch und eBook dann auch bei Blanvalet).

Zur Handlung: Als ihr Vater überraschend stirbt, kehrt die junge Goldschmiedin Katja von Brasilien zurück in ihre niederbayerische Heimat, um hier das väterliche Schmuckgeschäft, das sich schon seit hundert Jahren in Familienbesitz befindet, zu übernehmen. Allerdings muss sie sich dazu mit ihrer Stiefmutter Julia arrangieren, was ihr sehr schwer fällt, schließlich war Julia der Grund, warum Katja einst ihre Heimat verlassen hat.

Das Schmuckgeschäft läuft schlecht, es ist dringend Zeit für Investitionen, zum Beispiel in einen Online-Shop. Zum Glück ist Jonas, Julias Cousin, auf diesem Gebiet bewandert und bietet gerne seine Hilfe an. Zudem löst er in Katja Gefühle aus, die diese aber ignoriert, schließlich hat sie gerade eine gescheiterte Beziehung in Brasilien hinter sich, außerdem fordern das Geschäft und die gespannte Situation mit Julia Katjas ganze Kraft.

Da erhält sie plötzlich eine Nachricht aus dem Elsass: Ein junger Winzer hat dort durch Zufall ein Schmuckstück gefunden, dessen eingraviertes Logo darauf hinweist, dass es in der Schmuckwerkstatt von Katjas Familie gefertigt wurde. Katja und dem Winzer wird bald klar, dass sie einem Familiengeheimnis auf der Spur sind, das viel mit Katjas geliebter Oma zu tun hat, die inzwischen zunehmend dement ist. Ein Grund mehr, dieses Rätsel so schnell wie möglich zu lösen!

Der Leser ist Katja dabei ein Stück voraus, weil im Roman parallel die Geschichte ihrer Urgroßmutter im Winter 1944/45 erzählt wird. Diese Geschichte ist mindestens so spannend wie die in der Gegenwart und so fieberte ich dem Ende und der Auflösung förmlich entgegen. Beim Lesen habe ich auch wieder einmal mit den Tränen der Rührung gekämpft, weil die Geschichte der Urgroßmutter – so viel sei hier verraten – doch eine sehr tragische ist. Und so trifft auch auf dieses Buch wieder einmal das zu, was ich schon eingangs über die Weihnachtsromane der Autorin geschrieben habe: spannend, bewegend, gefühlvoll, gespickt mit ernsten Themen, aber dennoch herzerwärmend. Deshalb gibt es von mir auch für diesen Roman eine ganz klare Leseempfehlung. Ein wunderbares Buch, um sich auf die Weihnachtsfeiertage einzustimmen und sich darauf zu besinnen, was wirklich wichtig ist im Leben.

Für alle, die gerne kochen und backen, bietet das Buch im Anhang auch wieder eine Fülle leckerer Rezepte, wie z.B. Weihnachtsschnitzel, Kartoffelmaultaschen oder Bûche de Noël. Ich persönlich werde wohl als Erstes den Erdäpfelkäse ausprobieren.