| „Der Tod kennt deinen Namen“ | |
| von Thea Fischer | |
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Bewertung
★★★★★
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| Verlag | Ullstein |
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| Buchform | Softcover, E-Book, Hörbuch |
| Erschienen | Mai 2026 |
| Seiten | 336 |
| Erhältlich bei | genialokal.de |
Triggerwarnung: In diesem Buch und folglich auch in meiner Rezension geht es um Themen wie Stalking und Femizid!
Eigentlich sind Thriller so gar nicht mein Genre. Von der Autorin Thea Fischer habe ich vor einigen Jahren aber schon den Krimi „Lang taucht ab“ gelesen, der mir sehr gut gefallen hat. Seitdem folge ich ihr auf Instagram und habe so auch von ihrer neuesten Veröffentlichung erfahren, die dann doch mein Interesse geweckt hat.
Es geht darin um Lena Meister, eine ehemalige Polizistin, die inzwischen zusammen mit ihrem Kollegen Bernd Niemann eine ganz besondere Agentur im Süden von München führt: Die beiden helfen Menschen dabei, aus ihrem bisherigen Leben spurlos zu verschwinden. Bestenfalls sind das Lottogewinner, die woanders ein neues Leben beginnen wollen. Allzu oft jedoch handelt es sich bei diesen Menschen um Frauen, die vor einem gewalttätigen Partner flüchten, die gestalkt werden und um ihr Leben fürchten.
Lena weiß aus eigener leidvoller Erfahrung, was diese Frauen mitmachen, denn auch sie hat eine dunkle Vergangenheit und eine andere Identität, die sie hinter sich lassen musste. Als die Friseurin Michelle sie um Hilfe bittet, setzt Lena alles daran, der jungen Frau zu helfen. Gemeinsam mit Niemann bringt sie die Frau in einem sogenannten Safehouse unter, einem versteckten, gut gesicherten Gebäude, zu dem niemand außer ihnen selbst Zutritt hat. Doch drei Tage später findet Lena Michelle dort tot auf. Alles sieht nach Selbstmord aus, doch bei der Toten entdeckt Lena eine Botschaft, die sich eindeutig an sie selbst richtet. Hat jemand ihr Geheimnis und ihre wahre Identität herausgefunden?
Von nun an beginnt für Lena eine Jagd auf Leben und Tod. Jemand ist ihr auf der Spur, wem kann sie noch trauen? Hat womöglich sogar ihr Kollege Bernd Niemann die Finger mit im Spiel? Lena ermittelt auf eigene Faust und die Spur führt sie vom bayerischen Fünfseenland bis nach Wien, wo eine wahrhaft ekelhafte, grausame Männertruppe ungestraft ihr Unwesen treibt …
Diese Lektüre hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. Ich war allerdings sehr froh, dass ich das Buch am sonnigen Pfingstwochenende gelesen habe und nicht in der Jahreszeit, in der die Geschichte spielt, nämlich im neblig-kalten November und Dezember. Sonst hätte ich die Spannung wohl kaum ertragen! Geschickt versteht es die Autorin, falsche Fährten zu legen und die Anspannung hoch zu halten. Die Geschichte ist komplett aus Lenas Sicht geschrieben, man weiß also immer genau so viel oder genau so wenig wie die Protagonistin, was einen bei der Lektüre entsprechend mitbangen lässt.
Mir wurde dabei auch erstmals klar, was es für die Betroffenen wirklich bedeutet, untertauchen und ein komplett neues Leben anfangen zu müssen. Man muss nicht nur seine gewohnte Umgebung, sein familiäres und berufliches Umfeld verlassen, sondern auch jeglichen Kontakt mit liebgewonnenen Menschen – Kindern, Eltern, Freunden – abbrechen, um nicht entdeckt zu werden. Im neuen Leben müssen die Betroffenen extrem vorsichtig agieren und dürfen niemandem vertrauen. Ist solch ein Leben überhaupt lebenswert?
Zwischendurch musste ich das Buch ein paarmal zur Seite legen, um das Gelesene sacken zu lassen. Leider ist das Thema ja allzu aktuell und noch immer wird viel zu wenig dagegen getan. Wie oft wird Männern eher geglaubt als Frauen, gilt Täterschutz vor Opferschutz? Wenn man die Zeitungen aufschlägt, bekommt man die Antwort, die leider nicht sehr ermutigend ausfällt. Gerade diese Aktualität machte die Lektüre für mich sehr beklemmend, bis zum Schluss habe ich mit Lena mitgefiebert. Das Ende des Buches empfand ich daher als nicht ganz so befriedigend, denn – Achtung, Mini-Spoiler! – ein Happy End wie in einem schönen Liebesroman sucht man hier vergebens. Umso nachdenklicher hat mich das Buch zurückgelassen.
Große Leseempfehlung, da hier ein sehr wichtiges Thema behandelt wird. Aber nichts für schwache Nerven.
[Als Werbung gekennzeichnet, da Rezensionsexemplar erhalten]


