Miss Vergnügen

Erstellt am 29.7.25. Kategorie: Buchrezensionen
„Miss Vergnügen“
von Martina Parker
Bewertung
★★★★★
Verlag Gmeiner
Buchform kartoniert, E-Book
Erschienen Juli 2025
Seiten 388
Erhältlich beigenialokal.de

Ich bin ein großer Fan der „Gartenkrimis“ von Martina Parker, die im österreichischen Südburgenland spielen. Mit „Miss Vergnügen“, dem Auftakt zu einer neuen Buchreihe rund um die Britin Miss Brooks, bleibt die Autorin zwar dem Genre Krimi treu, wechselt aber vom Land in die Großstadt Wien und vom Garten in die schillernde Welt der Beauty-Konzerne und High Society.

Gleich im ersten Kapitel geht es Jacques Bernard, dem Österreich-Chef der Kosmetikfirma Très Loué, auf höchst spektakuläre Weise an den Kragen. Und auch ein weiteres hohes Tier des Unternehmens muss kurz darauf das Zeitliche segnen. Die Polizei ermittelt und hat auch bald eine Verdächtige, nichtsdestotrotz ermitteln drei Frauen auf eigene Faust: Miss Brooks, die Schwägerin eines der Ermordeten, sowie ihre neuen Freundinnen, die Moderatorin Konstanze „Stanzi“ Körbler und die Journalistin Katja Pötzelberger.

Die Spur führt die drei Frauen nicht nur tief in die Abgründe der Kosmetikindustrie mit all ihren Versprechen von ewiger Jugend, natürlicher Schönheit und hochwertigen Inhaltsstoffen, sondern auch in andere Bereiche wie Medien und Sport. Geschickt hat die Autorin hier eine ordentliche Portion Gesellschaftskritik in einen spannenden Kriminalfall voller schwarzem Humor und Wiener Schmäh verpackt.

Miss Brooks ist eine Engländerin, die von ihrem abtrünnigen Ehemann in Wien gewissermaßen ausgesetzt wurde. Dank ihres Schwagers findet sie in der Donaumetropole nicht nur ein neues Zuhause, sondern bei Très Loué einen neuen Job, der sie in die Glitzerwelt der High Society führt. Immer mit dabei: ihre selbstgehäkelten Sorgenpüppchen, eine Tasse Tee und die adoptierte Katze Toffee mit Sprachfehler. Ihren Vornamen findet Miss Brooks so unaussprechlich furchtbar, dass sie ihn kaum jemandem verrät und sich auch von ihren Duz-Freund*innen lieber mit „Miss Brooks“ ansprechen lässt.

Zum Ende hin gibt es nochmal eine überraschende Wendung, die dem Kriminalfall eine gänzlich neue Perspektive verleiht. Jetzt bin ich sehr neugierig, wie es mit Miss Brooks und ihren Freundinnen weitergeht und freue mich auf Band 2, „Miss Verständnis“, der laut Verlag im kommenden Jahr erscheinen soll. Ob darin wohl das Geheimnis um Miss Brooks‘ Vornamen gelüftet wird?

Die Autorin Martina Parker weiß, wovon sie schreibt: Bevor sie hauptberuflich Krimiautorin wurde, arbeitete sie als Journalistin für verschiedene Medien, u.a. als Leiterin des Beauty-Ressorts für die „Wienerin“, jettete um die Welt und interviewte Stars und Sternchen. Den berühmten britischen schwarzen Humor kennt sie von ihrem Ehemann, einem Engländer. Mehr über die Autorin auf ihrer Webseite www.martinaparker.com.

[Als Werbung gekennzeichnet, da Rezensionsexemplar erhalten]