4 Tage, 4 Bücher – Usedom-Spezial: Der Sommer auf Usedom

Erstellt am 22.5.18. Kategorie: Buchrezensionen
„Der Sommer auf Usedom“
von Lena Johannson
Bewertung
★★★☆☆
Verlag Aufbau Taschenbuch Verlag
Buchform gebunden, eBook
Erschienen Februar 2018
Seiten 143 Seiten als Taschenbuch
Erhältlich bei AP Buch Baldham, Buchladen Vaterstetten

Weiter geht es mit meiner kleinen Serie „4 Tage, 4 Bücher“ rund um die Insel Usedom. In dem Roman „Der Sommer auf Usedom“ besucht die Hobby-Malerin Jasmin ihre Freundin Gabi auf der Ostseeinsel. Sie will dort nicht nur Urlaub machen, sondern auch endlich einmal ausgiebig malen. Gleich am ersten Tag besichtigt sie das Atelier des Usedomer Künstlers Otto Niemeyer-Holstein, dabei fällt ihr ein anderer Teilnehmer der Führung auf, ein junger Mann, der so tollpatschig ist, dass er ständig über seine eigenen Füße stolpert. Am nächsten Tag begegnen sie sich wieder: Jasmin ist auf Motivsuche bei Koserow, wo es der Sage nach eine Höhle des Freibeuters Störtebeker geben soll. Hier kommt sie mit dem jungen Mann ins Gespräch, doch es ist auffallend, dass der Fremde zwar viel von Jasmin wissen will, jedoch so gut wie nichts von sich selbst preisgibt, nicht einmal seinen Namen.

In den folgenden Tagen begegnen sich die beiden immer wieder und Jasmin muss sich eingestehen, dass sie den Fremden durchaus attraktiv findet. Bei einem gemeinsamen Ausflug kommen sie sich näher, doch ein Funken Misstrauen bleibt. Denn auf der Insel treibt ein Kunstdieb sein Unwesen. Und ist es nicht auffallend, dass Jasmin dem Fremden immer an Orten begegnet, die mit Kunst zu tun haben, also in Ateliers, Ausstellungen, Kunstgalerien? Und warum nur fühlt sie sich immer häufiger beobachtet?

Als Jasmin dann bei ihrer Motivsuche in einer abgelegenen Fischerhütte am Achterwasser zufällig das Versteck der gestohlenen Kunstgegenstände entdeckt, drängt Gabi sie, zur Polizei zu gehen. Aber müsste sie dabei nicht auch von ihrem Verdacht gegen den Fremden berichten, in den sie sich inzwischen aber längst verliebt hat?

Schon recht bald hatte ich eine Vermutung, was die Identität des Fremden und den Ausgang der Geschichte betrifft, und genau so ist es dann auch gekommen, insofern hielt diese Story keine wirkliche Überraschung für mich bereit. Aber dennoch ist sie unterhaltsam, leicht und flüssig zu lesen. Summa summarum ist diese leichte Lektüre ideal für einen Sommertag im Strandkorb.

Besonders schön fand ich, dass hier – im Gegensatz zu „Unser Haus am Meer“ – sehr viele verschiedene Orte auf der Insel Usedom vorkamen. Jasmin ist in ihrem Urlaub und auf ihrer Motivsuche ja auch viel unterwegs, nicht nur in den Kaiserbädern, sondern auch in Peenemünde, Pudagla und vor allem auch in etwas weniger touristisch überlaufenen Gebieten am Achterwasser, was ich besonders interessant fand. Beim Lesen konnte ich mir so schon ein richtig schönes Bild von unserem Urlaubsziel machen.

Dieser Roman ist bereits 2013 als gebundene Ausgabe beim Verlag Rütten & Loening erschienen und wurde jetzt neu aufgelegt. Die Autorin Lena Johannson schreibt sowohl Krimis, historische Romane als auch sog. leichte Sommerlektüre, die vorwiegend an Nord- und Ostsee spielt. Auch die beiden nächsten Usedom-Romane, die ich hier vorstellen werde, stammen aus ihrer Feder.