Unter dem Limonenhimmel

Erstellt am 31.3.19. Kategorie: Buchrezensionen
„Unter dem Limonenhimmel“
von Marie Matisek
Bewertung
★★★★★
Verlag Droemer Knaur
Buchform Taschenbuch, eBook
Erschienen April 2019
Seiten 320 Seiten als Taschenbuch
Erhältlich bei AP Buch Baldham, Buchladen Vaterstetten

Nun kommen nach und nach die ersten Sommerromane auf den Markt und einer, auf den ich mich besonders gefreut habe, ist dieser hier von Marie Matisek. Denn im vergangenen Jahr habe ich von dieser Autorin bereits „Ein Sommer wie Limoneneis“ gelesen und dies ist nun die Fortsetzung dazu. Wieder steht Marco im Mittelpunkt, der mittlerweile sein Leben komplett umgekrempelt hat. Er ist zu seinem Vater an die Amalfiküste gezogen und glücklich mit Lisabetta liiert. Doch ganz so perfekt, wie es auf den ersten Blick scheint, ist sein Leben nicht, denn er wartet noch immer vergeblich auf die Abfindung seiner Firma, dabei bräuchte er das Geld dringend, um die Zitronenfarm zu modernisieren. Leider spielt aber auch sein Vater da nicht mit: Internet, Solarenergie, elektronisch gesteuerte Bewässerung – all das ist für ihn neumodischer Kram. So lange er lebt, will er davon nichts wissen, verkündet er seinem Sohn. Dabei bräuchte die Plantage dringend eine Modernisierung, um im Wettkampf überleben zu können.

Auch Pippo, Marcos Freund, sieht sich auf einmal mit einem bisher verdrängten Problem konfrontiert, denn eines Tages steht Nathalie, Marcos ehemalige Kollegin, vor der Tür. Und die sieht Pippos früherer Liebe Anne zum Verwechseln ähnlich. Anne hat Pippo damals sehr verletzt, seitdem gibt er zwar nach außen hin den stets fröhlichen, liebenswerten Eisverkäufer, aber kaum jemand ahnt, wie es tief in ihm drinnen aussieht. Nun kommen die Erinnerungen unaufhaltsam wieder hoch und Pippo muss sich den Dämonen seiner Vergangenheit stellen.

Und dann taucht auch noch ein alter Schuldschein auf, demzufolge Marcos Großvater ein Drittel der Zitronenfarm an den Großvater von Marcos Freund Mimmo überschrieben hat. Dieser Schuldschein wurde nie eingelöst, doch nun fordert Mimmo sein Recht. Nicht nur die Freundschaft von Marco und Mimmo steht dadurch auf dem Spiel, sondern auch die Zukunft der Zitronenfarm, die damit ums Überleben kämpft.

Wie gut, dass Lisabetta die Übersicht behält und die Männer ihrer Familie mit sanfter Hand in die richtige Richtung führt…

Wie schon beim ersten Band habe ich auch diesmal sehr schnell in die Geschichte hinein gefunden. Sie wird abwechselnd aus der Perspektive von Marco, Lisabetta und Pippo erzählt, auch einige Rückblicke in die Vergangenheit der Protagonisten gibt es, dadurch bleibt es spannend und abwechslungsreich. Alle Charaktere sind so einfühlsam beschrieben, dass man sich gut in sie hineinversetzen kann. Mir gefällt besonders, dass es keine Schwarzweißmalerei gibt: Auch die „Bösen“ sind eben nicht durchwegs böse, sondern oftmals nur ein Opfer der Umstände.

Unbedingt erwähnenswert sind auch das schöne Cover, das perfekt zum Vorgängerroman passt, sowie die liebevolle Gestaltung des Buches mit kleinen Zeichnungen bei jedem Kapitel. Fazit: Eine wunderbare Wohlfühllektüre, die Lust auf den Sommer macht, auf Zitroneneis, Zitronenkuchen, Limoncello… und natürlich auf die Amalfiküste.