Windstärke Liebe

Erstellt am 21.6.19. Kategorie: Buchrezensionen
„Windstärke Liebe“
von Jana Lukas
Bewertung
★★★★★
Verlag Heyne
Buchform Taschenbuch, eBook
Erschienen Juni 2019
Seiten 398
Erhältlich bei AP Buch Baldham, Buchladen Vaterstetten

Dieser Roman entführt den Leser an den schönen Bodensee, an den ich wunderbare Urlaubserinnerungen habe. Auch Protagonistin Clara verbindet mit dem Bodensee schöne Erinnerungen, nämlich an ihre Kindheit, die sie oft und gerne bei ihrer Großmutter Charlotte in Bodman verbracht hat. In den letzten Jahren jedoch hat sie dafür keine Zeit mehr gehabt, viel zu viel ist in ihrem Leben passiert. Da war zunächst der Unfalltod ihrer Mutter, der die ältere Schwester Lena dazu zwang, das Sorgerecht für die jüngste Schwester Sophie zu übernehmen. Das Verhältnis zwischen Clara und Sophie war immer sehr eng, bis Clara sich in den falschen Mann verliebt hat: Olli hat sie von Anfang an nur ausgenutzt, doch Clara war blind vor Liebe.

Irgendwann hat Olli sie verlassen, ihr Job in einem Juwelierladen wurde wegrationiert und ihr Onlineshop – denn Clara ist gelernte Goldschmiedin – dümpelt vor sich hin. Clara ist gezwungen, aus ihrer schönen Wohnung aus- und in ein WG-Zimmer einzuziehen und zu kellnern, um zu überleben. Klar, dass die scheinbar so perfekte große Schwester Lena da die Nase rümpft und die kleine Schwester Sophie sich zurückgesetzt fühlt.

Dann überschlagen sich die Ereignisse: Clara erfährt, dass Charlotte nach einem Sturz im Krankenhaus liegt und Lena lädt kurzerhand Sophie bei Clara ab, um selbst in den Malediven-Urlaub zu jetten. Also bleibt Clara nichts anderes übrig, als mitsamt Sophie an den Bodensee zu fahren. Dort kümmern sich die Schwestern gemeinsam um ihre Oma, doch weder deren Herzenswärme und Lebensklugheit noch die wunderschöne Umgebung können dazu beitragen, das Verhältnis zwischen Clara und Sophie zu verbessern. Zu tief sind die Verletzungen auf beiden Seiten, beide sind in ihrer Sturheit gefangen, sehen sich selbst im Recht und die andere im Unrecht. Dazu kommt, dass Sophie gerade mitten in der Pubertät steckt, von der Schule geflogen ist und ihre Null-Bock-Haltung mit schwarz gefärbten Haaren und Grufti-Klamotten zum Ausdruck bringt.

Der einzige Lichtblick für Clara ist ihr Nachbar, der Bootsbauer Justus. Beide fühlen sich zueinander hingezogen, schrecken aber vor einem Abenteuer für einen Sommer – denn länger kann Clara nicht bleiben – zurück. Außerdem hat auch Justus jede Menge familiärer Probleme am Hals und ist gerade dabei, sich von den Erwartungen, die an ihn gestellt werden, zu befreien. Trotzdem ist gerade er es, der mit viel Verständnis für beide Seiten die starren Fronten zwischen Clara und Sophie aufzuweichen beginnt…

Ganz ehrlich? In Justus habe ich mich sofort verliebt! Dieser Mann ist fast zu gut, um wahr zu sein… aber auch Clara und Sophie sind mir im Nu ans Herz gewachsen. Das Buch ist abwechselnd aus den Perspektiven dieser drei Figuren geschrieben, so dass man einen guten Einblick in ihre Gedanken und Gefühle bekommt. Das macht die spannende Handlung jederzeit nachvollziehbar und glaubwürdig. Dazu kommt diese herrliche Prise sommerliche Leichtigkeit: Treffen am Bootssteg, Segeln und Stand-up-Paddeling, Open Air-Kino und Feuerwerk, ein süßes Café am Urlaubsort, selbstgemachte Limonade… all diese Zutaten machen aus diesem Buch die absolut perfekte Sommerlektüre!

Von Jana Lukas habe ich bereits die Vorgängerromane „Landliebe“ und „Herz und Tal“ mit Begeisterung gelesen und auch mit ihrem dritten Roman konnte sie mich voll und ganz begeistern. Ein wundervoller Roman, den ich an einem Wochenende ruckzuck durchgelesen habe.