Tod im Kilt

Erstellt am 15.6.20. Kategorie: Buchrezensionen
„Tod im Kilt“
von Emma Goodwyn
Bewertung
★★★★★
Verlag tolino media
Buchform eBook
Erschienen Mai 2016
Seiten 230
Erhältlich beiBuchladen Vaterstetten

Im April hatte ich den Krimi „Tod im Tower“ von Emma Goodwyn gelesen und war begeistert. Es handelt sich dabei um den Auftakt zu einer ganzen Krimireihe rund um den Beefeater John Mackenzie als Ermittler. Bis dato umfasst die Reihe acht Bücher, das neunte soll nächstes Jahr erscheinen und ich war von Band 1 so angetan, dass ich mir vorgenommen habe, nun nach und nach auch alle weiteren Bände zu lesen. Deshalb stelle ich Euch heute Band 2 vor:

Wie der Titel schon verrät, spielt die Geschichte diesmal in Schottland, genauer gesagt in Edinburgh. Hier findet nämlich ein großes Treffen schottischer Clans statt, inklusive Highland-Games, Musikdarbietungen, Whiskyverkostungen… ein richtiges mehrtägiges Volksfest. Viele Monate lang war Johns Großtante Isabel als Chefin des Organisationsteams mit den Vorbereitungen beschäftigt, tatkräftig unterstützt von Johns Nichte Renie. Nun fahren John, seine Eltern und seine Geschwister samt Familien gemeinsam nach Edinburgh, um bei den Feierlichkeiten dabei zu sein.

Doch dann kommt es zu einem mysteriösen Todesfall: Sir Robert Grant, ebenfalls Mitglied des Orgateams, wird am Fuße von Edinburghs Hausberg, dem Arthur’s Seat, tot aufgefunden. War es ein Unfall? Selbstmord? Oder gar ein Mord? Davon will die örtliche Polizei nichts wissen und auch der Bürgermeister fürchtet, ein Mord könne ein schlechtes Licht auf die Stadt werfen, gerade jetzt, wo so viele Touristen da sind. Also wird offiziell von Selbstmord gesprochen, doch Isabel, die den Toten von Kindesbeinen an kannte, kann das nicht glauben. Sie beauftragt John, sich diskret umzuhören und schaltet außerdem Johns Cousin, den Superintendent Simon Whittington von Scotland Yard, ein. Der hochnäsige Simon will den schottischen Polizisten gleich mal zeigen, wo der Hammer hängt – klar, dass das nicht gut gehen kann. Und so gestalten sich die Ermittlungen äußerst schwierig…

Mir hat dieser Krimi fast noch ein bisschen besser gefallen als sein Vorgänger, denn der Kriminalfall war wirklich spannend, die Autorin hat geschickt so manche falsche Fährte gelegt. Das tatsächliche Mordmotiv kristallisiert sich erst allmählich heraus. Daneben erfährt man beim Lesen aber auch wieder einiges über Land und Leute, in diesem Fall über die verschiedenen schottischen Clans und die verschiedenen sportlichen Wettkämpfe bei den Highland-Games. Die Atmosphäre des Festivals ist so gut eingefangen, dass ich das Gefühl hatte, selbst mit dabei zu sein, inklusive Matsch an den Schuhen und Dudelsack-Musik in den Ohren.

Mir hat dieser Krimi richtig Spaß gemacht und ich bin jetzt schon gespannt, wie es mit John und seiner Familie in Band 3, „Tod im Museum“, weitergehen wird.

PS: Man kann diesen Krimi auch sehr gut lesen, wenn man Band 1 noch nicht kennt, denn der Kriminalfall ist ja in sich abgeschlossen. Da sich die Figuren aber im Laufe der Reihe weiterentwickeln, empfiehlt es sich doch, die Bücher der Reihe nach zu lesen.