Schneezauber über der Donau

Erstellt am 5.10.26. Kategorie: Buchrezensionen
„Schneezauber über der Donau“
von Angelika Schwarzhuber
Bewertung
★★★★★
Verlag Blanvalet
Buchform Softcover, E-Book, Audio
Erschienen September 2026
Seiten 352
Erhältlich beigenialokal.de

Ich liebe die Bücher, insbesondere die Weihnachtsromane, von Angelika Schwarzhuber, deshalb waren meine Erwartungen hoch, als ich dieses neu erschienene Werk begann. Soviel vorweg: Ich wurde nicht enttäuscht.

Diesmal geht es um Jasmin, die nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter so gar keine Lust auf Weihnachten hat und über die Feiertage eigentlich auf die Kanaren flüchten will. Doch dann erreicht sie ein Hilferuf ihrer Halbschwester Ariana: Die lebt mit ihrer Mutter Paula auf einer kleinen Burg bei Passau in Niederbayern, die sie von Franz, Paulas verstorbenem Mann und dem Vater von Jasmin und Ariana, geerbt haben. Das heißt: Geerbt haben sie nur die eine Hälfte der Burg, die andere Hälfte gehört Franz‘ Bruder Walter, der seit vielen Jahren in Kanada lebt. Doch nun hat er seinen Besuch angekündigt und vorab schickt er schon einen Gutachter – alles deutet darauf hin, dass Walter die Burg verkaufen will und Ariana und ihre Mutter ihr Zuhause verlieren werden.

Jasmin ist das Resultat einer Affäre, die Franz einst hatte, während seine Frau Paula mit Ariana schwanger war. Kein Wunder also, dass Paula auf Jasmin nicht gut zu sprechen ist. Doch zwischen Jasmin und der beinahe gleichaltrigen Ariana hat sich eine enge Freundschaft entwickelt, deshalb zögert Jasmin nicht eine Sekunde, zu ihr nach Niederbayern zu reisen, um ihr beizustehen, auch wenn Paulas Widerstand noch so groß ist.

Dann taucht Tim, der Gutachter, auf und bringt auf der Burg alles durcheinander. Leider sehen die Zahlen wirklich nicht gut aus, vieles müsste renoviert werden, doch dafür ist nicht genug Geld da. Für den wirtschaftlich denkenden Walter macht es keinen Sinn, die Burg aus sentimentalen Gründen zu behalten. Dennoch hofft Jasmin, an seine emotionale Ader appellieren zu können. So kommt sie auf die Idee, auf der Burg einen Weihnachtsmarkt zu veranstalten. Damit soll nicht nur Geld eingenommen, sondern auch der Bekanntheitsgrad der Burg gesteigert werden.

Dieses Projekt so kurzfristig zu stemmen, ist allerdings eine Mammutaufgabe, schließlich haben die Frauen allesamt auch noch ihre eigentlichen Berufe. So manches Hindernis gilt es zu überwinden, doch zum Glück erhalten die Schwestern auch viel Unterstützung. Doch als Walters Besuch unmittelbar bevorsteht, spitzen sich die Ereignisse dramatisch zu …

Hach, was für eine wunderbar warmherzige Lektüre! Es fehlt nicht an Dramatik und an ernsten Themen, etwa den Themen Familienkonflikte, Trauerbewältigung und Krankheiten, doch dabei kommt das wunderbar Wohlige, Heimelige, das für mich den perfekten Weihnachtsroman ausmacht, nicht zu kurz. Die romantische Atmosphäre auf der alten Burg konnte ich mir sehr gut vorstellen, ich sah die alten Gemäuer deutlich vor meinem inneren Auge, roch den typisch modrigen Geruch der Kellergewölbe, aber auch den leckeren Duft der Plätzchen, die in der Küche der Burgschänke fabriziert werden. Die Rezepte dafür gibt’s übrigens, wie immer bei Angelika Schwarzhuber, im Buchanhang. Vor allem die Nussecken werde ich unbedingt bald mal ausprobieren müssen.

Zwar habe ich den Roman zu einer Zeit gelesen, als es zumindest tagsüber bei uns noch spätsommerlich warm und sonnig war, doch die weihnachtliche Atmosphäre war für mich dennoch so intensiv spürbar, dass ich direkt Lust auf Glühwein und Plätzchen bekam! Also schnappt Euch ein warmes Getränk, etwas zum Knabbern und eine kuschelige Decke und dann: ab auf die Couch, Buch aufschlagen und die Welt da draußen für eine Weile vergessen. Ganz große Leseempfehlung!

PS: Und ist das Buchcover nicht einfach wunderwunderschön?

[Als Werbung gekennzeichnet, da Rezensionsexemplar erhalten]