Wie schon in den vergangenen Jahren, besuchte ich auch in diesem Februar wieder die Freizeit- und Reisemesse f.re.e in München. Darauf hatte ich mich schon Wochen vorher gefreut, das Rahmenprogramm studiert und meinen Besuch akribisch vorbereitet. Dennoch hat mir mein Messebesuch zwar einerseits Spaß gemacht, mich andererseits aber auch enttäuscht.
Das fing schon mit den Anreisemöglichkeiten an. Ich hatte mich als Bloggerin für die Messe akkreditiert und in meinem Presseticket wäre das kostenlose Parken auf dem Messeparkplatz enthalten gewesen, nicht aber die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. In Sachen Nachhaltigkeit ist bei der Messe München also noch viel Luft nach oben. Tatsächlich bin ich in den vergangenen Jahren auch schon häufiger mit dem Fahrrad zum Messegelände gefahren (es sind knappe 10 km einfache Fahrt), doch das war heuer aufgrund der Witterung keine Option. Also entschied ich mich für S- und U-Bahn, die trotz heftiger Schneefälle problemlos fuhren.
Dazu kommt, dass der Reiseteil der Messe, der bisher auf drei Hallen verteilt war, heuer nur noch zwei Hallen bekommen hat – während die gleichzeitig stattfindenden Münchner Autotage von zwei auf drei Hallen erweitert wurden.
Meinen Messerundgang begann ich in der Halle A6, die diesmal komplett dem Wassersport gewidmet war, aber dieses Thema streifte ich nur, weil man diese Halle eben durchqueren muss, um zu den Hallen A5 und A4 zu gelangen, wo das Thema Reisen untergebracht war. Wie gesagt, in den vergangenen Jahren hatte es dafür drei Hallen gegeben: Eine für Bayern und deutschsprachige Länder, eine für den Mittelmeerraum und eine für Fernreisen sowie Kreuzfahrten. In diesem Jahr war das Angebot auf zwei Hallen reduziert worden, wodurch einige Anbieter wegfielen, die in den vergangenen Jahren regelmäßig vor Ort gewesen waren.
Der erste Programmpunkt, den ich mir notiert hatte, hieß schlicht „Genusslandschaften – Quiz“ und fand auf der „Eventfläche Bayern“ in Halle A5 statt. Man musste ein paar sehr leichte Quizfragen beantworten, der Gewinner oder die Gewinnerin wurde gleich vor Ort gezogen. An diesem Vormittag (das Quiz wurde während der Messe mehrmals täglich veranstaltet) gewann ein kleiner Junge, was mich sehr freute. Ob ein Plastik-Bierkrug aber für ein Kind im Grundschulalter so ein passender Gewinn ist?
Nun hatte ich bis zum nächsten Programmpunkt eine Dreiviertelstunde Zeit, mich umzusehen. Hier ein paar Eindrücke:
Dann war es Zeit, die Reisebühne in der Halle A4 aufzusuchen. Dort gab es einen Vortrag des Busreiseveranstalters Geldhauser über die Bretagne. Ich bin zwar überhaupt kein Fan von Busreisen, sondern mag es lieber ganz individuell und nur zusammen mit meinem Mann und meiner Familie, aber die wunderschönen Bilder aus der Bretagne und der Normandie machten definitiv Lust darauf, diese Region zu erkunden. Mein Mann und ich haben 1991 unseren ersten gemeinsamen Urlaub in der Bretagne verbracht, es wird also unbedingt Zeit, mal wieder dorthin zu fahren! Die vorgestellte Route führte über Rouen, Caen, Saint-Malo, den Mont Saint-Michel, Fougères und Pont Aven nach Quimper und Carnac und schließlich über Chartres nach Paris:
Danach schaute ich nochmal schnell zur Eventfläche Bayern in der Nachbarhalle zurück, wo es jetzt eine kleine Käseverkostung gab. Überhaupt konnte man an einigen Ständen probieren und streckenweise fühlte ich mich an die Messe „Food & Life“ erinnert, wo das Probieren Programm ist. Die „Food & Life“ findet immer parallel zur Handwerksmesse statt, auf der es auch viele Stände mit italienischen Lederwaren gibt. Mehrere davon waren auch in den beiden Reisehallen der f.re.e vertreten, was ich gar nicht gut fand, weil mir dafür auf der anderen Seite wie immer viele Reiseregionen fehlten, die mich interessiert hätten. Aber vermutlich zahlen diese Aussteller eben gut.
Ich nahm noch an einem Klimaquiz teil, bei dem ich immerhin einen von drei dritten Plätzen belegte, dann machte ich im Pressezentrum eine kleine Mittagspause, die ich sehr genoss, weil es dort so angenehm ruhig war. Die f.re.e findet ja immer während der bayerischen Faschingsferien statt, so dass es dort auch an diesem Vormittag unter der Woche schon sehr, sehr voll war.
Frisch gestärkt ging es für mich wieder zur Reisebühne und zu einem weiteren Vortrag von Geldhauser Reisen, diesmal über die Wachau. Dort sind Jens und ich während unserer Hochzeitsreise 1995 mal durchgefahren, aber spätestens seit den Wachau-Krimis von Beate Maxian möchte ich dort gerne mal länger Urlaub machen. Die Referentin stellte eine Busreise unter dem Motto „Schlösser, Klöster und Kultur in der Wachau“ vor, die ich sehr interessant fand:
Leider war die Wachau als Urlaubsregion selbst nicht mit einem Stand auf der Messe vertreten, im Gegensatz zu den allermeisten übrigen österreichischen Regionen und Bundesländern, wie z.B. dem Südburgenland, wo ich mich mit der Dame am Stand sehr nett über die Gartenkrimis von Martina Parker unterhielt, die dort spielen. Aber Wachau? Leider Fehlanzeige. Schade, ich hätte mich nämlich gerne näher zu Unterkünften und Radrouten in der Region erkundigt.
Ebenso Fehlanzeige bei meiner Suche nach Infos über Verona. Zwar ist Italien auf der f.re.e immer groß vertreten und gefühlt hat da jeder Campingplatz seinen eigenen Messestand; auch der Gardasee, der nicht weit von Verona entfernt ist, ist mit vielen Informationen vor Ort. Aber Verona? Leider nein. Schade.
Draußen hatte es mittlerweile angefangen, heftig zu schneien. Da blieb ich doch gerne noch etwas länger auf der Messe, um vom nächsten Sommerurlaub zu träumen!
Eigentlich hätte als nächstes ein Vortrag über „Tea Time in England“ auf meinem Programm gestanden. So lautete der Beschreibungstext: „Unter dem Titel „Von Darjeeling bis Azoren“ legt Gebeco 2026 weltweit besondere Studienreisen rund um das Thema Tee auf. Begleiten Sie Reiseleiter Andreas Klein nach England in elegante Tea Rooms, auf Englands einzige Teeplantage und nach Schloss Windsor.“ Ja, das hätte ich sehr gerne gemacht, doch leider fiel der Vortrag aus und wurde durch einen Vortrag über Bhutan ersetzt, was mich so gar nicht interessierte.
Zum Glück fand aber der Vortrag „Entdecken Sie das italienische Food Valley“ wie geplant auf der f.re.e-Stage in Halle 5 statt. Zwei Vertreter*innen der italienischen Provinz Emilia Romagna stellten die Genussregion Emilia zwischen Piacenza, Parma und Reggio Emilia näher vor. Auch in Italien ist der Fahrradtourismus inzwischen auf dem Vormarsch und solch eine Genuss-Radreise könnte ich mir wirklich sehr gut vorstellen:
Eigentlich hätte noch ein Vortrag über Busreisen nach Cornwall auf meinem Programm gestanden, aber inzwischen taten mir die Füße weh (obwohl ich doch bei den Vorträgen zwischendurch immer eine Viertelstunde sitzen und ausruhen konnte) und es wurde mir nun auch wirklich zu voll. Auf dem Rückweg zum Pressezentrum, wo ich meinen Mantel im Schließfach verstaut hatte, bekam ich gerade noch das Ende eines Auftritts der „Schwuhplattler“ mit. Warum dem einen Schuhplattler ein Schuh fehlte, habe ich allerdings nicht mitbekommen:
Mein Fazit dieses Messebesuchs ist das gleiche wie schon in den vergangenen Jahren: Das Angebot an Reisezielen auf der Messe ist extrem unausgewogen. Aber ich habe nichts anderes erwartet, denn ich hatte mir vor dem Messebesuch die Ausstellerliste angeschaut. Und ich benötige die f.re.e schon lange nicht mehr, um mir gezielte Infos für meine Reiseplanung zu holen (dem Internet sei Dank), sondern lediglich, um mich inspirieren zu lassen und allgemein einen schönen Tag zu verleben. Und diesen Zweck hat mein Messebesuch auch heuer wieder voll erfüllt.


































