Am 18. und 19. April 2026 fand die dritte Buchmesse Rosenheim statt und ich habe schon Monate vorher auf diesen Termin hingefiebert, weil ich die beiden vorherigen Buchmessen dort in so guter Erinnerung habe. Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Messe 2026 deutlich gewachsen, es gab diesmal einen zweiten Ausstellungssaal, der komplett dem Thema Fantasy vorbehalten war. Den Organisatorinnen ist es gelungen, eine sehr vielfältige Schar von Ausstellenden für jeden Lesegeschmack zu vereinen und darüber hinaus auch noch ein sehr attraktives Lesungsprogramm auf die Beine zu stellen. Für mich bedeutete das, das ich an diesem Wochenende kaum einmal eine halbe Stunde Zeit zwischen all den Lesungen hatte, die ich unbedingt besuchen wollte 😉
Schon die Fahrt nach Rosenheim war wieder wunderschön: blauer Himmel, Sonnenschein, blühende Gärten und Felder entlang der Landstraßen, vor mir die Alpenkette mit dem Wendelstein, gute Musik … und dank E-Auto konnte mir auch der hohe Spritpreis auf der rund 45 Kilometer langen Fahrt egal sein. So kam ich gut gelaunt und voller Vorfreude im Gasthof Höhensteiger an.
Schon direkt im Eingangsbereich traf ich auf den Autor Maurice Richardson, der zum ersten Mal als Aussteller dabei war. Im vergangenen Jahr war er als Besucher da, kurz danach ist sein erster Krimi „Mord auf der Herreninsel“ erschienen, den ich gelesen und rezensiert habe. Seitdem folgen wir uns auf Instagram und ich habe mich sehr gefreut, ihn nun auch mal persönlich kennenzulernen. Meine Rezension zu seinem zweiten Krimi „Tod auf der Fraueninsel“ folgt übrigens nächste Woche. Das gemeinsame Foto ist zwar erst später entstanden, passt aber schon hier ganz gut:
Im Ausstellungssaal selber fühlte ich mich dann beinahe wie bei einem Klassentreffen und es herrschte große Wiedersehensfreude, denn viele der Ausstellenden kannte ich schon aus dem Vorjahr, von anderen Veranstaltungen oder eben durch Social Media. Ein paar Fotos, die auf meinem ersten Rundgang durch den Saal entstanden sind:
Von Stina Milner etwa hatte ich nach der letzten Messe ihren Schweden-Roman „Das Knirschen von Schnee“ gelesen, der mich perfekt auf unseren Schweden-Urlaub eingestimmt hatte. Wolfgang Conradt war im vergangenen Jahr, als wir Messe-Bloggerinnen einen eigenen Stand hatten, unser Standnachbar gewesen. Später hatte ich seinen schönen Roman „Liebe macht die Musik“ gelesen. Diesmal hatte er seine Tochter zur Messe mitgebracht und gleich „zwangsverpflichtet“, ihn bei seiner Lesung zu unterstützen, aber dazu später mehr. Roland Hebesberger schließlich hatte ich im Dezember 2024 bei einer wunderbaren Krimi-Lesung in der Lokwelt Freilassing erstmals live erlebt.
Pünktlich um 11 Uhr wurde die Buchmesse offiziell von den drei Organisatorinnen Johanna Willnhammer, Kerstin Groeper, Monika Nebl, Schirmherrin Lotte Römer (auf dem Foto von links) sowie Rosenheims 3. Bürgermeisterin Gabriele Leicht und Kulturreferent Wolfgang Hauck eröffnet.
Dann blieb mir noch eine Stunde, um durch den Saal zu bummeln und mit den Ausstellenden zu ratschen. Auch zwei andere Bloggerinnen traf ich: Michaela aka „mili18509“ und Heidi von „Moments of books“, die ich bereits in den Vorjahren getroffen hatte. Ein paar andere Messebloggerinnen waren auch da, wir sind uns aber im Getümmel leider nicht begegnet. Ich nutzte die Gelegenheit auch für einen kurzen Abstecher in den Fantasy-Saal:
Dann war es auch schon Zeit für meine erste Lesung. Wie schon im vergangenen Jahr waren die „Mörderischen Schwestern“ mit einer Speedlesung von mehreren Autorinnen vertreten. Hannelore Koch las aus „Bis wir uns ganz gehören“, einer Geschichte, die in Deutschland und Südkorea spielt. Claudia Westhagen stellte ihren Krimi „Schweigen schreit“ vor. Brigitte Lamberts und Ursula Schmidt-Spreer lasen beide aus der von ihnen herausgegebenen Krimi-Anthologie „Kreuzfahrt, Mord & Meer – Mörderische Geschichten zwischen Lissabon, Casablanca und Rom“. Ihre Kurzkrimis haben mir so gut gefallen, dass ich mir das Buch an nächsten Tag bei ihnen am Stand kaufte und signieren ließ. Am ersten Tag musste aber spontan erstmal „Zuckergoscherl – Ein Streifzug durch Wiener Cafés“ von Ursula Schmidt-Spreer und Anna Maschin unbedingt mit. Einen eigenen „Mörderische Schwestern-Gin“ hätte ich bei der Gelegenheit auch gleich noch probieren können 😉
Erstmal ging’s aber weiter mit den nächsten Lesungen: Roland Hebesberger las aus „Niederträchtiges Sylt“, dem zweiten Band seiner Kripo Nordsee-Reihe. Dabei geht es um ein äußerst gruseliges Biike-Brennen. Nicht gruselig, dafür aber sehr amüsant war die Lesung von Wolfgang Conradt und seiner Tochter aus seinem neuesten Roman „Zwei Kaffee auf Zimmer Zwölf“. Die beiden lasen eine Szene, in der sich ein Mann und eine Frau einen witzigen verbalen Schlagabtausch liefern und das machte das Vater-Tochter-Gespann so gut, dass ich mir im Anschluss auch dieses Buch direkt kaufen musste! Kurz danach folgte dann noch die Lesung mit Christian Hofbauer aus dem dritten Band seiner Inselcops-Reihe: „Betrügerei auf Norderney“. Mittlerweile gibt es auch schon einen vierten Band, der aber zur Weihnachtszeit spielt und deshalb für eine Lesung im April nicht ganz so passend war. Band 5 erscheint im Juni.
Nun hatte ich endlich eine Stunde Pause und die verbrachte ich zusammen mit meiner alten Schulfreundin Gundi Herget im Biergarten. Gundi ist selbst Autorin von Kinderbüchern und Reiseführern und lebt in Rosenheim, daher bot sich unser Treffen auf der Buchmesse an.
Direkt im Anschluss ging es für mich dann zum Meet & Greet und zur Lesung mit Lotte Römer, der Schirmherrin der diesjährigen Buchmesse. Lotte las u.a. aus „Du, ich und das glitzernde Meer“, dem Auftakt ihrer Liebe auf Rhodos-Buchreihe, außerdem beantwortete sie Fragen aus dem Publikum und erzählte sehr interessant von ihrem Leben als Autorin. Im Anschluss konnte man ihre Bücher kaufen und signieren lassen. Ich entschied mich für „Das Leuchten zwischen den Zeilen“ sowie ein Überraschungsbuch: Lotte hatte nämlich einen ganzen Korb mit ihren älteren Büchern mitgebracht, allesamt ganz wundervoll und aufwändig verpackt. Da ich bislang leider noch keinen von ihren Romanen gelesen habe, war mein Risiko, hier ein „falsches“ Buch zu erwischen, minimal, ich ließ also die schöne Verpackung entscheiden und hielt schließlich den Roman „Frühlingsglücksgefühle“ in der Hand, das passte doch ganz hervorragend zu diesem schönen Frühlingstag! Danach gab’s auch noch ein Erinnerungsfoto:
Danach war dieser erste Tag für mich bald zu Ende und ich machte mich auf die Heimfahrt, die genauso entspannt verlief wie die Hinfahrt. Sogar ein Heißluftballon begleitete mich ein ganzes Stück des Weges. Daheim begutachtete ich nochmal in Ruhe meine Ausbeute des ersten Messetages. Mit im Bild ist neben den schon erwähnten Büchern auch die Printausgabe von Monika Nebls Wasserburg-Krimi „Mords-Schmäh“, die sie mir geschenkt hatte, nachdem ich zuvor von ihr schon das E-Book als Rezensionsexemplar bekommen hatte, vielen lieben Dank dafür! Und bei Katy Reiter hatte ich mir noch einen schönen Kaffeebecher mit der Aufschrift „My weekend is fully booked“ gekauft – na, wenn das nicht das passende Motto für dieses Buchmesse-Wochenende war!
Der nächste Tag war leider regnerisch, doch das machte nichts, denn für mich standen an diesem Tag sogar noch mehr Lesungen auf dem Programm als am Samstag. Zuvor aber drehte ich nochmal eine Runde durch den Saal und machte Fotos von ein paar sehr netten Ausstellerinnen, die ich am Tag zuvor nicht „erwischt“ hatte, außerdem bewunderte ich die Buchkunst am Stand von Anne Mayer, die auch ein Bastelprogramm für Kinder anbot:
Dann ging es los mit der ersten Lesung: Das Autorenpaar Sonja und Rüdiger Lehmann las aus seinem historischen Roman „Mistral, Mistral“, der nach Paris, Südfrankreich und zu den Rolling Stones entführte. Die sehr sympathische Sabine Eva Meier erzählte im Anschluss von ihrer Krimireihe rund um eine Gruppe unternehmungslustiger Freundinnen, deren Ausflüge nicht nur in schöne Regionen, sondern auch immer in kriminelle Abenteuer führen. „Dunkle Reben“ spielt in Rothenburg ob der Tauber, das ich im Advent 2022 besucht habe. Dann las Monika Nebl aus „Mords-Schmäh“, dem mittlerweile zehnten Fall ihrer Krimi-Minnie, die normalerweise im schönen Wasserburg am Inn ermittelt, diesmal aber auch in Wien. Romy Hoffmann alias R.H. Manegold schließlich ist selbst Bloggerin und hat im vergangenen Herbst ihren ersten Krimi veröffentlicht: „Tod in Blau und Gold“ ist ein Cosy Crime, der in Stuttgart spielt.
Danach ging es für mich an den schönen Gardasee, genauer gesagt nach Salò, denn auf der Seebühne dort bricht in Heidi Trois Krimi „Ein Aperol in Moll“ ein bekannter Opernsänger plötzlich tot zusammen. Heidi Troi ist übrigens auch eine „Mörderische Schwester“, sie hatte ich auf der Frankfurter Buchmesse 2022 kennengelernt. Matilda Best war früher einmal selbst als Gefängnispsychiaterin tätig, ihre Erlebnisse lässt sie in ihre True Crime-Reihe einfließen, aus deren viertem Band „Gefährlicher Einfluss“ sie heute las. Überhaupt waren meine Lesungen an diesem Wochenende extrem krimilastig! Denn es ging weiter mit Karoline Eisenschenk, die aus ihrem Niederbayern-Krimi „Wolfsfährte“ las und zuguterletzt mit Maurice Richardson und seinem ersten Chiemsee-Krimi „Mord auf der Herreninsel“. Wie er erzählte, war es seine erste Lesung überhaupt und die hat er ganz wunderbar gemeistert, gut gelesen und interessant erzählt.
Mittlerweile war es 16:30 Uhr, um 17 Uhr schloss die Buchmesse offiziell ihre Pforten. Die Zeit war für mich an beiden Tagen wie im Flug vergangen und ich habe es unendlich genossen, mal wieder ein ganzes Wochenende in meiner Buch-Bubble zu sein. Einige Ausstellende hatten Sorge, ob das gute Wetter am Samstag negative Auswirkungen auf die Besucherzahl haben könnte, aber offenbar nutzten viele Ausflügler die Gelegenheit, einen Biergartenbesuch mit dem Besuch der Buchmesse zu verbinden. Am Sonntag waren sehr viele Familien mit Kindern da, schließlich bietet die Messe ja auch ein umfangreiches Programm an Kinderbüchern und -lesungen.
Ich drehte noch eine letzte Runde durch den Saal, verabschiedete mich von den vielen netten Autorinnen und Autoren. Maurice Richardson schenkte mir zum Abschied eine Ausgabe seines Erstlingswerkes „Entscheidung vor der ersten Sekunde“. Untertitel: „Wollen Kinder wirklich in diese Welt geboren werden?“ – eine Frage, die ich mir auch schon häufig gestellt habe, ich bin also sehr neugierig auf das Buch.
Bei den „Mörderischen Schwestern“ kaufte ich mir noch die schon oben erwähnte Anthologie „Kreuzfahrt, Mord & Meer“ und Kerstin Groeper gab mir eine Leseprobe ihres neuen Romans „Lilien über weißen Wegen“ mit. Zu ihrer Lesung am Samstag Vormittag hatte ich es leider nicht geschafft, ich hoffe, es klappt dann nächstes Jahr.
Apropos: Kerstin Groeper hatte schon am Samstag eine gute Nachricht verkündet: Die Buchmesse Rosenheim wächst! Es gibt so viele Anfragen von potentiellen Ausstellern, dass die Messe nächstes Jahr nicht mehr im Gasthof Höhensteiger stattfinden wird, sondern in der Auerbräu-Festhalle auf der Loretowiese, also dort, wo auch jedes Jahr das Rosenheimer Herbstfest steigt, eines der größten Volksfeste der Region. In der Festhalle können gut doppelt so viele Aussteller untergebracht werden wie im Gasthof, somit bin ich jetzt schon sehr gespannt auf kommendes Jahr.
Merkt Euch schon mal den Termin 17. und 18. April 2027 vor!
Weitere Berichte, Interviews und Beiträge von regionalen Medien findet Ihr in den kommenden Tagen auch auf der Homepage der Buchmesse unter dem Menüpunkt PR.
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