Tod auf der Fraueninsel

Erstellt am 28.4.26. Kategorie: Buchrezensionen
„Tod auf der Fraueninsel“
von Maurice Richardson
Bewertung
★★★★★
Verlag Piper
Buchform Softcover, E-Book
Erschienen April 2026
Seiten 328
Erhältlich beigenialokal.de

Im vergangenen Jahr habe ich „Mord auf der Herreninsel“ gelesen, einen Krimi des Rosenheimer Autors Maurice Richardson. Die Story hat mir gut gefallen und so habe ich mich sehr gefreut, als ich erfuhr, dass es nun einen Nachfolgeband gibt, der „Tod auf der Fraueninsel“ heißt. Beide Krimis spielen also am Chiemsee, einer von mir sehr geliebten Region.

In „Mord auf der Herreninsel“ kehrte die junge Ermittlerin Kaya Benati, die noch ganz frisch bei der Münchner Mordkommission ist, in ihre alte Heimat am Chiemsee zurück, um dort eine Mordserie auf der Herreninsel aufzuklären. Nebenbei musste sie sich dort ihren ganz eigenen Dämonen stellen, denn ihre Jugendliebe Johannes ist am Chiemsee ums Leben gekommen, als Kaya erst siebzehn war. Diesen Verlust hat sie bis heute nicht verwunden, zumal die Todesumstände noch immer ungeklärt sind, weshalb sie neben den offiziellen Mordermittlungen auch private Nachforschungen anstellte, die am Ende des ersten Bandes aber noch nicht abgeschlossen waren.

So beginnt auch der nun erschienene zweite Band damit, dass Kaya sich eine Auszeit von der Polizeiarbeit erbeten hat, um weiter im Todesfall ihres Freundes Johannes zu recherchieren. Doch dann wird sie zum Dienst zurückbeordert, denn die chronisch unterbesetzte Mordkommission braucht ihre Unterstützung. Diesmal kam es auf der Fraueninsel zu mehreren Todesfällen. Dort findet nämlich gerade das Jubiläumsfest des Trachtenvereins Edelweiß Prien statt, dazu wurden auf dem Klosteranger gleich zwei Bierzelte aufgestellt.

Die drei Toten haben auf den ersten Blick nichts miteinander gemeinsam, einzig die Todesursache ist bei allen gleich: Sie wurden mit einem tückischen, nur schwer erhältlichen Gift ermordet. Im bierseligen Getümmel des Festes ist niemandem etwas Verdächtiges aufgefallen und keiner weiß, ob und wann der Täter das nächste Mal zuschlägt. Dennoch wollen die Verantwortlichen des Trachtenvereins das Fest nicht absagen. Deshalb müssen die Polizisten zwischen Hendl, Maßkrügen, Bierseligkeit und so mancher alkoholgeschwängerter Liebelei ermitteln. Dennoch verfolgt Kaya hartnäckig ihre eigenen Recherchen, um den Tod von Johannes endlich aufzuklären.

Die Handlung wird aus vielen verschiedenen Perspektiven geschildert. Neben Kaya kommen auch ihre Kolleg*innen zu Wort, ebenso wie eines der zukünftigen Opfer und sogar der Täter selbst, natürlich ohne dass dessen Identität dabei verraten wird. Als Leser*in bekommt man dadurch aber einen kleinen Einblick in die Motivation des Täters und ist den Ermittlern somit einen kleinen Schritt voraus. Das macht es aber nicht weniger spannend, ganz im Gegenteil: Beinahe jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger und durch die häufigen Perspektivwechsel wird die Spannung ebenfalls angeheizt. Die Handlung wird chronologisch, fast schon minutiös erzählt und die Auflösung ist in sich schlüssig.

Folglich konnte ich den Krimi kaum aus der Hand legen, habe mit den Ermittler*innen mitgefiebert und mitgerätselt, habe um einige der Figuren gebangt, mit anderen mitgelitten … und kann das Buch letztendlich wärmstens empfehlen.

Mindestens ein Besuch pro Jahr auf der Fraueninsel gehört für mich einfach dazu, weil ich die Insel so liebe, und dieses Buch hat meine Insel-Sehnsucht noch gehörig angeheizt – allerdings werde ich mich vor meinem Besuch schlau machen, dass dann nicht gerade ein großes Fest dort stattfindet, denn um das würde ich spätestens nach dieser Lektüre lieber einen großen Bogen machen.

[Als Werbung gekennzeichnet, da Rezensionsexemplar erhalten]