| „Spätsommerglück“ | |
| von Heike Abidi | |
|
Bewertung
★★★★★
|
|
|
|
| Verlag | Penguin |
|---|---|
| Buchform | Softcover, E-Book |
| Erschienen | Mai 2026 |
| Seiten | 352 |
| Erhältlich bei | genialokal.de |
Ich war wieder im schönen Schweden, zumindest literarisch dank dieses neuen Romans von Heike Abidi. „Spätsommerglück“ läutet bei mir jetzt eine ganze Reihe von Romanen ein, die im Sommer spielen oder das Wort Sommer im Titel tragen. Doch „Spätsommerglück“ bezieht sich nicht nur auf die Jahreszeit, die Handlung spielt nämlich in einem Zeitraum über mehrere Monate, sondern gewissermaßen auch auf das Alter der Protagonistin, denn die ist 59 und damit nicht mehr so ganz jung, aber auch noch weit davon entfernt, zum alten Eisen zu gehören.
Vor fünf Jahren ist Hannahs Mann gestorben und sie vermisst ihn noch immer, was im Roman so einfühlsam geschildert wird, dass mir beim Lesen oft die Tränen kamen und ich das dringende Bedürfnis verspürte, meinen eigenen Mann ganz fest in die Arme zu schließen. Das kann Hannah nicht mehr, sie stürzt sich stattdessen in die Arbeit, doch das Übersetzen von blutrünstigen Thrillern aus dem Schwedischen ins Deutsche macht ihr keine Freunde mehr. Sie will ihrem Leben eine neue Richtung geben – nur welche?
Da eröffnen ihr ihr Sohn und ihre Schwiegertochter, dass sie ein Baby erwarten, Hannah wird Oma! Doch die Enttäuschung folgt auf dem Fuße: Das Elternpaar will lieber eine junge Nanny engagieren, als Hannahs Omaqualitäten zu beanspruchen. Hannah ist zutiefst verletzt und enttäuscht und auch das konnte ich ihr komplett nachfühlen.
Ein wenig aus Trotz, aber auch, weil sie Skandinavien schon immer geliebt hat, nimmt sie eine Stelle als Granny-Au-pair nahe Göteborg an. Ihre Gastfamilie ist supernett und die beiden kleinen Kinder machen es ihrer neuen Leihoma leicht, sie ins Herz zu schließen. Wenn da nur nicht Opa Anders wäre, der über die „Konkurrenz“ aus Deutschland alles andere als erfreut ist und Hannah das auch bei jeder Gelegenheit spüren lässt. Doch Hannah lässt sich nicht beirren, sie wächst plötzlich über sich selbst hinaus.
Wie schon erwähnt, hat mich dieses Buch zutiefst berührt und von der ersten Seite an gepackt. Habe ich zunächst mit Hannah mitgetrauert, so habe ich mich später mit ihr gefreut und ein ganz warmes, positives Gefühl beim Lesen verspürt, eine Aufbruchstimmung, die einfach gut tut! Für alle Leser*innen, die es leid sind, immer nur Geschichten von Zwanzigjährigen zu lesen, die auf der Suche nach der ersten großen Liebe sind, ist dies die perfekte Lektüre, die ich wärmstens empfehlen kann!
Von Heike Abidi habe ich zuletzt „Noch immer Zeit zu lieben“ gelesen, einen ähnlich tiefgründigen, herzerwärmenden Roman, der ebenfalls in Schweden spielt und in „Spätsommerglück“ sogar einen Mini-Auftritt als kleiner Sidekick hat. Zusammen mit Daniela Nagel hat die Autorin außerdem kürzlich den Ratgeber „Achtsam jammern“ veröffentlicht, der mir ebenfalls sehr gut gefallen hat. Ihre Schweden- (und ABBA-) Liebe stellte die Autorin auch in „Dancing Queens“ unter Beweis, das sie zusammen mit der Autorin Tanja Janz unter dem Pseudonym Jana Fuchs geschrieben hat. Unter dem Pseudonym Anna Paulsen ist außerdem vor einigen Jahren der wunderbare Roman „Liebe M. Du bringst mein Herz zum Überlaufen“ erschienen, der mich ebenfalls begeistert hat.
[Als Werbung gekennzeichnet, da Rezensionsexemplar erhalten]


