Meine erste Buchmesse – oder: Wir Münchner in Frankfurt

Erstellt am 22.10.19. Kategorie: Dies & Das

Normalerweise ist der Oktober bei mir immer randvoll mit beruflichen Terminen. Doch in diesem Jahr tat sich überraschenderweise eine Lücke im Kalender auf, genau in der Woche, in der die Frankfurter Buchmesse stattfand. Also hab ich ganz spontan gebucht. Gerne wäre ich ausschließlich unter der Woche, also an den Fachbesuchertagen, hingefahren und hätte die Publikumstage ausgelassen, weil mir schon so oft erzählt wurde, wie voll es da immer ist. Aber da ich so kurzfristig dran war, waren die Hotelpreise für diese Zeit natürlich astronomisch. Und dann entdeckte ich ein Angebot von Ameropa-Reisen, das Zug und Hotel beeinhaltete und so kam ich zu einem vernünftigen Preis in den Genuss des Maritim-Hotels direkt an der Messe, allerdings nun doch von Freitag bis Sonntag, aber egal.

Meine Anreise am Freitag Vormittag mit dem ICE von München nach Frankfurt verlief absolut problemlos und pünktlich. Gegen Mittag war ich im Hotel, konnte dort schon meinen Koffer deponieren und dann ab auf die Messe!
Nun hat ja auch München ein sehr schönes und großes Messegelände, aber Frankfurt toppt das nochmal deutlich, das war schon sehr beeindruckend. Vorab hatte ich mir einen Plan gemacht, was ich alles sehen bzw. welche Veranstaltungen ich besuchen sollte. Gleich der erste Termin war auf der ARD-Bühne ein Talk von Moderatorin Bärbel Schäfer mit der Schauspielerin Karin Hanczewski und den beiden Drehbuchautorinnen Astrid Ruppert und Susanne Schneider (auf den Fotos von links). Es ging dabei um den Film „Auf dem Grund“ rund um eine Schwimmtrainerin und ein Familiengeheimnis. Für mich war das die perfekte Gelegenheit, die Autorin Astrid Ruppert, mit der ich schon viele nette Mails ausgetauscht und von der ich schon einige schöne Bücher gelesen habe, endlich mal persönlich kennenzulernen.

Wir hatten uns zuvor extra verabredet und ich freute mich riesig, dass das trotz Terminstress klappte und wir gemeinsam einen Kaffee in der Agora, dem Freigelände der Messe, trinken konnten. Wir haben uns sehr nett unterhalten und Astrid schenkte mir ein wunderschönes Lesezeichen, das anspielt auf ihren neuen Roman „Leuchtende Tage“, der diese Woche erscheint – vielen Dank dafür!

Leider habe ich komplett vergessen, ein Foto von Astrid und mir zu machen, wie schade! Ich war wohl zu abgelenkt vom Anblick der Agora und des Messeturms… zwischen diesen beiden Fotos liegen übrigens etwa zwei Stunden, woran man sieht, wie wechselhaft das Wetter in Frankfurt war:

Dann musste Astrid weiter und ich machte mich auf den Weg zur Halle 3 und zum Stand der FAZ. Dort stand ein Interview mit Rolf Seelmann-Eggebert und seiner Tochter Adele an. Die beiden haben gemeinsam das Buch „In Hütten und Palästen“ geschrieben, das ich kürzlich mit großem Interesse gelesen habe. Es handelt von Seelmann-Eggeberts bewegtem Reporterleben und genau davon erzählten die beiden auch im Interview mit Alfons Kaiser (von links). Das war sehr unterhaltsam und ein Autogramm gab’s hinterher auch noch.

Danach musste ich nur zwei Gänge weiter schlendern, um den Stand der Verlagsgruppe Droemer Knaur zu erreichen. Auf diesen Programmpunkt freute ich mich ganz besonders, denn es gab einen Freundinnen-Talk und eine Signierstunde mit Marie Matisek und Gabriella Engelmann. Von beiden Autorinnen habe ich schon viel gelesen und vor zweieinhalb Jahren durfte ich sie auf einem Meet & Greet in München persönlich kennenlernen. Marie Matisek, die auch in München lebt, hatte ich zudem vor einigen Monaten bei einer Lesung von Heidi Rehn getroffen, aber ihre Freundinnen-Talks mit Gabriella Engelmann sind inzwischen bereits legendär und darauf war ich sehr gespannt. Es war dann auch wirklich sehr amüsant, den beiden zuzuhören.

Im Anschluss gab es eine Signierstunde und Gelegenheit zum Plaudern. Dabei stellten Marie und ich fest, dass wir beide mit dem gleichen ICE aus München gekommen waren, ohne es zu wissen.

Bei diesem Event traf ich auch auf meine Blogger-Kolleginnen Anya von „bücher in meiner hand“ und Elisa von „RoRezepte“ und zufällig kam dann auch noch Julia Fischer vorbei, deren Romane ebenfalls bei Droemer Knaur erscheinen. Das war wirklich witzig, denn leider hatte ich es aus Termingründen zu keiner von Julias Lesungen aus ihrem neuen Buch geschafft, obwohl Julia auch aus München kommt und einige Lesungen dort stattfanden. Wir sagten schon: Da müssen wir drei Münchner erst nach Frankfurt fahren, um uns mal zu treffen 😉

Eine Mitarbeiterin von Droemer Knaur „entführte“ Marie Matisek und Gabriella Engelmann dann zum Freundinnen-Check. Das war wirklich lustig: Beide bekamen Schilder mit ihren Namen in die Hand gedrückt, dann wurden ihnen mehrere Fragen gestellt und sie mussten antworten, auf wen von ihnen beiden das eher zutrifft. Dabei gab es sehr viel Gelächter, ein Video davon kann man sich auf Instagram anschauen.

Nach diesem unterhaltsamen Programmpunkt bummelte ich noch ein wenig durch die Halle 3, die an diesem Tag (am Freitag war nur für Fachbesucher geöffnet) noch nicht allzu überfüllt war. Schließlich machte ich mich wieder auf den Weg zum Hotel, um einzuchecken. Zu meiner Freude bekam ich ein schönes großes Zimmer im 8. Stock mit herrlichem Blick auf die Skyline von Mainhattan:

Ich machte mich etwas frisch, tauschte noch ein paar Nachrichten mit meinen Lieben aus und machte mich dann auf den Weg zur U-Bahn und in Richtung Römer. Denn auf Einladung von Heike von „Frau Goethe liest“ stand für mich an diesem Abend eine Lesung in der Frankfurter Innenstadt auf dem Programm. Im Café Roseli las Ellin Carsta alias Petra Mattfeldt aus ihrer Hansen-Saga. Darin geht es um eine Hamburger Kaufmannsfamilie und ihre Kakaoplantage in Kamerun. Gerade ist der vierte Band der Saga erschienen, ich muss jedoch gestehen, dass ich bislang noch keines der Bücher kannte. Das hat sich mittlerweile geändert, denn Autorin und Verlag waren überaus großzügig: Jeder Teilnehmer der Lesung bekam alle vier Bände geschenkt und konnte sie sich natürlich auch gleich signieren lassen. Band 1 habe ich dann am selben Abend noch angefangen und kann schon verraten: Sehr spannend! Vielen herzlichen Dank dafür!

Eigentlich wollte ich danach mit Heike, Anya und ein paar anderen noch zum Essen gehen, Anya hatte extra einen Tisch beim Italiener reserviert. Aber nach der Lesung überfiel mich plötzlich eine bleierne Müdigkeit, was eigentlich kein Wunder war: Ich war früh aufgestanden und der Tag war randvoll mit neuen Eindrücken. Zudem machte sich etwas Kopfweh bemerkbar, deshalb verabschiedete ich mich und machte mich auf den Rückweg zum Hotel. Vor dem Hotel und von meinem Zimmer aus boten sich noch einige schöne Fotomotive:

 

Guten Morgen Frankfurt! Am folgenden Tag erwachte ich nach recht unruhigem Schlaf schon sehr früh. Draußen war es noch dunkel, aber ich konnte nicht mehr schlafen und so besuchte ich das hoteleigene Schwimmbad, das praktischerweise im selben Stockwerk war. Dort war ich um sieben Uhr morgens beileibe nicht allein. Eine halbe Stunde lang zog ich dort meine Bahnen, bevor ich in mein Zimmer zurückkehrte, wo ich wieder einmal den Ausblick bewunderte. Außerdem wartete dort eine süße Überraschung auf mich:

Wirklich eine tolle Sache: Bei zwei Übernachtungen brauche ich wirklich keine Zimmerreinigung und meine Bettdecke kann ich auch selbst aufschütteln. Und so freute ich mich über die Süßigkeiten als kleinen Messe-Snack. Nach einem leckeren Frühstück machte ich mich auf den Weg zum ersten Programmpunkt des heutigen Tages, einem Meet & Greet mit Manuela Inusa und Anne Sanders. Beide kannte ich bereits von der lit.Love, wobei ich dort mit Anne Sanders leider noch nie persönlich geredet habe. Dabei entdeckten wir nun einige Gemeinsamkeiten, denn Anne Sanders arbeitete früher als Journalistin bei der Süddeutschen Zeitung. So viel wusste ich schon, aber was ich nicht wusste, ist, dass sie in der Ebersberger SZ-Redaktion arbeitete und dabei auch über meine Heimatgemeinde schrieb. So stellte sich nun heraus, dass wir einige gemeinsame Bekannte haben, frühere und aktuelle Kollegen aus den Redaktionen von Merkur und SZ. Wie war das noch mit den Münchnern in Frankfurt?

Leider habe ich bei all dem Plaudern vergessen, ein Foto von Anne Sanders und mir zu machen, ich hoffe, das lässt sich auf der nächsten lit.Love nachholen! Aber es gibt ein sehr schönes Bild von Manuela Inusa und mir:

Bis zur nächsten Veranstaltung auf meiner Liste war nun noch ausreichend Zeit, um ganz in Ruhe durch die Messehalle 4 zu schlendern, bevor ich mich schließlich zur Halle 3 und zum blauen Sofa des ZDF begab. Dort wurden im 30-Minuten-Takt Autoren interviewt und ich verfolgte mit großem Interesse das Gespräch mit Sara Nuru, einst Gewinnerin von „Germany’s Next Topmodel“ (jaaa, ich gestehe, ich gucke das!), inzwischen erfolgreiche Unternehmerin und eben auch Buchautorin. Mich hat sehr beeindruckt, wie reif diese junge Frau erschien, als sie von dem plötzlichen Rummel nach GNTM erzählte, von der Suche nach ihren Wurzeln und letztlich nach sich selbst. Sie sagte, sie sei unter den Augen der Öffentlichkeit erwachsen geworden und musste erst einmal herausfinden, was sie eigentlich mit ihrem Leben anfangen wollte. Nun importiert sie gemeinsam mit ihrer Schwester unter dem Namen „nuruCoffee“ Kaffee aus Äthiopien und unterstützt damit Frauen, die sich eine eigene Existenz aufbauen wollen. Saras Geschichte hat mich so beeindruckt, dass ich mir umgehend ihr Buch kaufte (ein Euro des Kaufpreises geht an nuruWomen e.V.) und es von ihr signieren ließ.
Witzig: Sara Nuru stammt ursprünglich aus Erding, einer Stadt bei München. Und als ich ihr erzählte, dass ich aus der Gemeinde Vaterstetten komme, rief sie gleich: „Ach ja, Alem Katema!“, denn unsere Gemeinde hat seit nunmehr 25 Jahren eine sehr lebendige Städtepartnerschaft mit Alem Katema in Äthiopien – eine der ersten Partnerschaften überhaupt, die zwischen einer deutschen und einer afrikanischen Kommune geschlossen wurde. Und Sara Nuru erzählte nun, dass sie regelmäßig den Newsletter unserer Partnerschaft bezieht und die Aktivitäten mit Interesse verfolgt. Das Interview auf dem blauen Sofa kann man in der ZDF-Mediathek anschauen (und ich bin im Publikum auch mal zu sehen).

Nach dieser wundervollen Begegnung hatte ich wieder etwas Zeit bis zu meinem nächsten Termin. Das sollte die Signierstunde mit John Strelecky sein. Aber mittlerweile war es in Halle 3 nahezu unerträglich voll geworden und schon lange vor dem eigentlichen Beginn der Signierstunde war die Schlange dermaßen lang, dass ich diesen Termin spontan sausen ließ. Schließlich hatte ich den Autor ja schon vor gut einem Jahr beim dtv-Verlag in München bei einem „Lunch for Friends“ getroffen. Während ich mich nun also so durch die Menge schieben ließ, konnte ich einen Blick auf den einen oder anderen Promi werfen:

Außerdem stattete ich dem Stand von PocketBooks einen Besuch ab, denn ich bin selbst stolze und sehr zufriedene Besitzerin eines PocketBook InkPad3-Readers. Mit dem Mitarbeiter am Stand entwickelte sich ein nettes Gespräch und weil ich brav mein Foto auf Instagram postete, gab’s einen schicken Thermobecher geschenkt:

Um 14 Uhr hatte ich den nächsten Termin: Beim Verlag „be-ebooks“ (Bastei Lübbe) hatte ich ein Meet & Greet mit Barbara Erlenkamp gewonnen. Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich das Autorenehepaar Christine und Andreas Schulte. Unter seinem Klarnamen schreibt Andreas Schulte Krimis, zusammen mit seiner Frau humorvolle Liebesromane wie das aktuelle Buch „Winterzauber im kleinen Café an der Mühle“, das wir Blogger bei dieser Gelegenheit geschenkt bekamen (herzlichen Dank dafür!). Außerdem gab es reichlich Gelegenheit, mit dem sympathischen Paar zu plaudern und viele Fragen zu stellen.

Danach aber hatte ich endgültig genug vom Messetrubel: zu viele Menschen, zu schlechte Luft! Also ging ich zurück in mein Hotelzimmer, legte die Füße hoch und schmökerte in meinen Buchschätzen. Erst gegen 17 Uhr machte ich mich nochmal auf zur Messe und das war definitiv eine gute Entscheidung, denn inzwischen war es deutlich ruhiger geworden, viele Besucher waren jetzt schon wieder auf dem Heimweg und an den Ständen ging es nun etwas entspannter zu. Ich besuchte den Stand des Lappan-Verlages, wo am folgenden Vormittag eine Signierstunde mit Ralph Ruthe stattfinden sollte. Schon jetzt kaufte ich dort zwei Bücher (Weihnachten steht vor der Tür…) und die nette Mitarbeiterin am Stand riet mir, am Sonntag schon gegen 10.15 Uhr da zu sein, weil die Schlangen auch bei Ralph Ruthe erfahrungsgemäß sehr lang seien.

Danach verließ ich die Messe wieder, holte noch meine Jacke aus dem Hotel und machte mich wieder auf den Weg zum Römer, wo ich am Abend noch zu einer Lesung wollte. Als ich am Römer aus der U-Bahn stieg, stieg zwei Türen weiter gerade Reinhold Messner aus derselben Bahn aus. Wie ich später nachlas, hatte er an diesem Abend eine Lesung im Kulturamt.

Ich selbst machte zunächst einen Bummel an den Main und zum Eisernen Steg und aß eine Kleinigkeit zu Abend. Dann ging es zur Evangelischen Akademie, wo der Sänger und Songwriter Heinz Rudolf Kunze aus Bruce Springsteens Biografie „Lika a Killer in the Sun“ vorlas. Das war hochinteressant: Im Gespräch mit HR-Moderatorin Daniella Baumeister sprach er über Springsteen, von dem er 100 Songtexte für die Biografie ins Deutsche übersetzt hat. Dadurch wurde die tiefere Bedeutung der Texte erst richtig erkennbar, denn mal ehrlich: Wer hört schon so genau hin, wenn im Radio ein Song von Springsteen läuft? Meist achtet man doch nur auf den Refrain. Zur großen Freude des Publikums griff Kunze auch selbst zur Gitarre und gab einige Springsteen-Songs (diesmal natürlich auf Englisch) zum Besten.

 

So klang dieser Tag auf angenehme Weise aus. Auch am nächsten Morgen drehte ich schon früh meine Runden im Schwimmbad, bevor ich mir ein ausgiebiges Frühstück gönnte und anschließend meinen Koffer packte. Nach dem Check-out deponierte ich wieder meinen Trolley im Hotel, bevor ich mich zur Messe begab – habe ich schon erwähnt, dass es vom Hotelfoyer einen direkten Zugang zum Messegelände gibt? Sehr praktisch.

Ich hatte noch Zeit bis zur Ruthe-Signierstunde und so bummelte ich in aller Ruhe nochmal durch die noch einigermaßen leeren Gänge. Gleich neben dem Stand von Lappan war der vom Carlsen-Verlag, der die Harry Potter-Bücher auf Deutsch verlegt. Und so konnte man dort die berühmte Treppe aus dem Ligusterweg bewundern. Bei mir weckte das sofort wunderbare Erinnerungen an unseren London-Urlaub und die Harry Potter-Studiotour (ja, dieser Reisebericht steht noch aus, ich arbeite daran…).

Inzwischen war es kurz nach 10 Uhr und am Lappan-Stand standen schon die ersten Fans für die Signierstunde an, also reihte ich mich ein. Während des Wartens unterhielt ich mich sehr nett mit den Leuten um mich herum, außerdem blätterte ich in Ruthes neuem Buch, das ich ja schon am Tag zuvor gekauft hatte, und musste beim Lesen mehrmals laut lachen. So unterhaltsam kann Warten sein! Trotzdem kam irgendwann ein Moment der Schwäche, als mir heiß und kalt gleichzeitig wurde und die Knie wackelten. Die Luft in der Halle war inzwischen auch schon wieder zum Schneiden dick. Zum Glück konnte ich mich direkt neben der Schlange auf eine Bank setzen, etwas trinken und mich wieder erholen.
Und dann machte Ruthe uns allen die große Freude, schon um 10.30 Uhr aufzutauchen und mit dem Signieren zu beginnen. Vielen herzlichen Dank dafür! Und eine Signatur von ihm lohnt sich wirklich, denn er unterschreibt nicht nur, sondern versieht die Bücher auch mit witzigen Zeichnungen.

So war dieser Programmpunkt für mich schon viel früher erledigt als erwartet und ich konnte noch ein bisschen durch die Halle schlendern und einen Blick auf einige Promis wie Jojo Moyes, Sebastian Fitzek und – noch einmal – Reinhold Messner werfen:

Dann aber wurde es mir in der Halle endgültig zu stickig, also ging ich hinaus in die Agora. Zu meiner Freude hielt sich der Andrang am YogiTea-Lesezelt gerade in Grenzen, das hatte ich ohnehin noch besuchen wollen. In diesem wunderschön gestalteten Zelt (eine Mischung aus Zirkuszelt und 1001 Nacht) fanden regelmäßig Lesungen statt. Dazu konnte man kostenlos eine Tasse YogiTea probieren, was ich gerne in Anspruch nahm. Für die Tassen wurden zwei Euro Pfand verlangt, was ich definitiv besser fand als die vielen Wegwerf-Becher aus Plastik oder Pappe, die leider sonst überall herumlagen (die Mülleimer quollen gegen Ende der Messe förmlich über).

Doch schließlich wurde es für mich Zeit, der Messe endgültig Lebewohl (oder Auf Wiedersehen?) zu sagen und mich auf den Heimweg zu machen. Im Hotel holte ich meinen Trolley ab, packte noch ein paar Dinge um und machte mich, weil ich genug Zeit hatte und dringend frische Luft brauchte, zu Fuß auf den Weg zum Bahnhof. Ich war eine Stunde zu früh dran, doch mein Plan war, am Hauptbahnhof noch eine Kleinigkeit zu essen.
Dort angekommen, bekam ich jedoch einen Schreck: Mein EC, der um 14.20 Uhr abfahren sollte, fiel aus. Zwar konnte ich mit meinem Ticket jeden Zug nach München nehmen, für diesen EC hatte ich jedoch eine Platzreservierung vorgenommen. Nun war es 13.20 Uhr – ein schneller Blick auf die Anzeigetafel verriet mir, dass um 13.25 Uhr ein ICE nach München abfuhr. Also schnell, schnell zum Gleis und hinein in den Zug – geschafft! Und noch dazu war der ICE nahezu leer und ich fand mich rein zufällig in einem sogenannten Ruhe-Abteil wieder. Ich wusste bislang gar nicht, dass es das gibt, empfand es aber als sehr angenehm. So konnte ich mich auf der dreieinhalbstündigen Fahrt entspannen, in Ruhe lesen, mein mitgebrachtes Obst essen und ein wenig dösen. Die Gebühr für die Platzreservierung bekam ich übrigens hinterher ganz problemlos per Paypal zurückerstattet, ein eMail genügte.

Und so endete meine erste Buchmesse. Ich bin noch ein wenig unschlüssig, ob ich künftig wieder einmal hinfahren werde, möchte es aber nicht ausschließen. Wenn, dann aber definitiv nur zu den Fachbesuchertagen, am Wochenende war es mir eindeutig zu voll. Als sehr praktisch hat sich die Übernachtung im Maritim Hotel erwiesen, das würde ich gerne wieder so machen, denn durch die Nähe zur Messe konnte ich z.B. meine Jacke gleich im Hotelzimmer lassen und ohne zu frieren auf die Messe gelangen, sparte mir so also das Schlangestehen an den Garderoben. Außerdem konnte ich mich, wenn der Rummel zu groß wurde, eine Weile zurückziehen. Das schöne Schwimmbad, der tolle Ausblick von meinem Zimmer und das sehr gute Frühstück waren ebenfalls sehr angenehm.

Wieder zuhause sichtete ich nochmal in Ruhe meine Mitbringsel:

Und nun freue ich mich riesig auf die lit.Love in knapp drei Wochen 🙂