Tod in Westminster

Erstellt am 24.2.21. Kategorie: Buchrezensionen
„Tod in Westminster“
von Emma Goodwyn
Bewertung
★★★★★
Verlag tolino media
Buchform eBook
Erschienen Juni 2016
Seiten 243
Erhältlich beiBuchladen Vaterstetten

Und weiter geht’s mit der wunderbaren Krimireihe um Beefeater John Mackenzie. Nachdem ich Band 4, „Tod im Schatten der Tower Bridge“, ausgelesen hatte, habe ich direkt mit Band 5 weitergemacht, denn in Band 4 bahnte sich schon einiges an, was hier dann letztlich ausgeführt wird. So wurde nämlich in Band 4 schon erwähnt, dass Johns schottische Großtante Isabel vorgeschlagen wurde, von der Queen als „Dame Commander of the British Empire“ in den Adelsstand erhoben zu werden. Nach einigem Zögern hat die überzeugte Verfechterin der schottischen Unabhängigkeit dieser Ehrung zugestimmt und reist nun in Band 5 zusammen mit einer großen Delegation aus Schottland nach London. Rund um die feierliche Investitur im Buckingham Palace ist die ganze Woche über ein umfangreiches Programm geplant.

Doch leider kommt es bei der Besichtigung der Westminster Abbey zu einem tragischen Zwischenfall: Angus Macgregor, streitbarer Inhaber einer schottischen Whiskydestillerie, bricht tot zusammen. Als Todesursache macht die Polizei eine Überdosis der Herztabletten aus, die Angus seit vielen Jahren einnehmen musste. Zusammen mit seinem übermäßigen Alkoholkonsum und der rasant fortschreitenden Demenz waren die Tabletten eine tödliche Mischung. Doch dann stellt sich heraus, dass die Tabletten in den Whisky gemischt wurden, den Angus in seinem Flachmann bei sich trug. Und leider finden sich – neben vielen anderen – auch Isabels Fingerabdrücke auf diesem Flachmann und sie gerät unter Mordverdacht.

Logisch, dass nicht nur John und Renie, sondern auch Johns Cousin Simon sofort die Ermittlungen aufnehmen. Erschwert werden diese durch den schottischen Ermittler Chief Superintendent Briarson, der Simon schon seit Band 2, „Tod im Kilt“, das Leben schwer macht und nichts lieber will, als der Familie Mackenzie eins auszuwischen. Dabei gibt es doch noch jede Menge anderer Tatverdächtiger, denn kurz vor Angus’ Tod ist plötzlich seine lange verschollene Tochter Ailsa wieder aufgetaucht – müssen deshalb nun Angus’ Sohn Patrick und Neffe Gavin um ihr Erbe fürchten? Schließlich sollen sie die traditionsreiche Whiskydestillerie übernehmen, doch Angus hat in den vergangenen Monaten keinen Hehl daraus gemacht, dass er ihnen das nicht zutraut. Und Angus’ Aussage nach haben auch etliche andere Mitglieder der schottischen Delegation „Dreck am Stecken“ und somit vielleicht einen Grund, ihn aus dem Weg zu räumen.

Natürlich wirbelt dieser spektakuläre Todesfall viel Staub in den Medien auf und sogar Isabels Erhebung in den Adelsstand ist in Gefahr. Renie, die sich neuerdings in den Kopf gesetzt hat, Journalistin werden zu wollen und deshalb ein Praktikum beim „Guardian“ macht, wittert gleich die eine oder andere Exklusivstory, sehr zum Missfallen ihrer Familie. Derweil plagen John neben diesen Ermittlungen noch ganz andere Sorgen: Dummerweise hat er nämlich seiner Mutter versprochen, bei deren Charity-Veranstaltung an einer Junggesellenversteigerung teilzunehmen. Deshalb hat er schon seit Wochen Alpträume. Bieten ihm die Mordermittlungen vielleicht eine willkommene Entschuldigung, dieser peinlichen Versteigerung zu entgehen?

Auch dieser Krimi hat mich wieder vollends in seinen Bann gezogen. Die Geschichte ist höchst temporeich und führt den Leser auf viele falsche Fährten. Die Auflösung des Mordfalls kam für mich wieder einmal vollkommen überraschend und machte mich sehr betroffen. Zum Glück gibt es in anderer Hinsicht ein sehr versöhnliches Ende, das wiederum schon neugierig auf Band 6 macht. Ich muss also unbedingt gleich weiterlesen!

Morgen gibt es hier im Blog die Rezension zu Band 6, „Tod im Tropenhaus“, und hier bekommt Ihr noch ein paar allgemeine Infos zur Krimiserie.