Tod im Tropenhaus

Erstellt am 25.2.21. Kategorie: Buchrezensionen
„Tod im Tropenhaus“
von Emma Goodwyn
Bewertung
★★★★★
Verlag tolino media
Buchform eBook
Erschienen Oktober 2016
Seiten 240
Erhältlich beiBuchladen Vaterstetten

Nach „Tod in Westminster“ war ich so neugierig, wie es mit John Mackenzie und seiner Familie weitergeht, dass ich direkt noch den nächsten Band gelesen habe. Der begann für mich gleich mit einem Highlight, denn als Pauline John in London besucht, bringt sie ihre drei Neffen mit und die wünschen sich nichts sehnlicher, als dort auf den Spuren von Harry Potter zu wandeln. Das erinnerte mich natürlich gleich an unseren eigenen London-Urlaub 2019, als wir genau das auch gemacht haben, und so hatte ich bei vielen Szenen gleich ein Bild vor Augen.

Während John und Pauline also mit den drei Jungs auf Sightseing-Tour gehen, arbeitet Renie nach wie vor beim „Guardian“ und hat dort eine verantwortungsvolle Sonderaufgabe übernommen. Die Zeitung ist nämlich einer der Sponsoren der internationalen Artenschutzkonferenz, die von der Zoologischen Gesellschaft London ausgerichtet wird. Dort arbeitet Renie im Organisationskomitee mit und ist schwer im Stress.

Doch dann passiert wenige Tage vor Beginn der Konferenz ein Mord: Ray Preston, einer der Revierleiter im Zoo, wurde kaltblütig erstochen und alle Hinweise deuten auf Praktikant Freddie als Täter hin, doch der beteuert seine Unschuld. John kennt Freddie von seiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Nachbarschaftszentrum, wo er zweimal pro Monat psychologische Beratung anbietet. Er selbst hat Freddie den Praktikumsplatz im Zoo vermittelt und glaubt nicht an dessen Schuld. Also beginnt er wieder einmal, auf eigene Faust zu ermitteln. Tatkräftig unterstützt wird er diesmal nicht nur von Renie, sondern auch von Pauline. Nur sein Cousin, Chief Superintendent Simon Whittington, ist mal wieder keine große Hilfe, denn den plagen ganz andere Sorgen: Sein Ansehen bei Scotland Yard schwindet, die Sparmaßnahmen machen ihm schwer zu schaffen, dazu kommen private Probleme mit seiner Frau. Deshalb wäre es ihm nur allzu recht, Freddie als Täter zu überführen und den Fall schnell abzuschließen. Doch John lässt nicht locker.

Auch die Artenschutzkonferenz sorgt für viel Zündstoff, denn im Spannungsfeld zwischen Klima- und Umweltschutz gibt es viele kontroverse Diskussionen, bei denen sich Vertreter der verschiedenen Interessensgruppen unversöhnlich gegenüberstehen. Einige der hochrangigen Teilnehmer stehen sogar unter Polizeischutz. Und da sorgen ein Blasrohr und eine gruselige Vogelspinne nicht gerade für Entspannung. Als ein weiteres Opfer halbtot aufgefunden wird, wird klar, dass die bisherigen Taten mit der Konferenz zusammenhängen und deren Teilnehmer in großer Gefahr sind…

Neben dem wirklich spannenden Fall an sich, bei dem ich wieder einmal lange im Dunkeln tappte, was Täter und Motiv anging, hat mich diesmal noch etwas anderes besonders fasziniert, nämlich das Thema der Artenschutzkonferenz. Obwohl der Krimi vor mittlerweile viereinhalb Jahren veröffentlicht wurde, sind Themen wie Artensterben, Windenergie, Palmölindustrie und Regenwaldabholzung so aktuell und kontrovers wie eh und je, deshalb fand ich es interessant, auch hier davon zu lesen. Dazu kam der tolle Einblick in die Arbeitsweise des Londoner Zoos. Wie schon bei Band 3, „Tod im Museum“, bietet die Autorin auch hier wieder die Gelegenheit, einen spannenden Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Ich war neugierig auf die Recherchearbeit der Autorin und erhielt von ihr auf meine Mail-Anfrage hin folgende Antwort: „Im Zoo hatte ich eine „Behind-the-scenes“-Führung (…). Ansonsten zähle ich mehrere Biologinnen zu meinem engeren Freundeskreis und bin immer schon sehr an Naturschutzthemen interessiert, daher habe ich viel Freude, mich gerade zu solchen Themenkreisen in intensive Recherchen zu stürzen.“ Und ich finde, das merkt man!

So hatte ich wieder viele spannende und lehrreiche Lesestunden und der Mackenzie-Clan ist mir weiter ans Herz gewachsen. Deshalb freue ich mich jetzt schon sehr darauf, baldmöglichst die nächsten drei Bände der Serie zu lesen, die bereits auf meinem Reader auf mich warten. Aktuell arbeitet die Autorin an Band 10, der voraussichtlich Anfang 2022 Jahr erscheinen soll.

Zur besseren Übersicht über den weitverzweigten Mackenzie-Clan stelle ich Euch die Krimireihe hier ein wenig näher vor.